Ifo-Geschäftsklimaindex in den Blickpunkt
Experten wetten auf den Bullen

Die Zeichen für eine weltweite Konjunkturerholung mehren sich. Während Analysten an den Anleihemärkten mit anhaltend trüber Stimmung rechnen, überwiegt im Handel mit Aktien der Optimismus.

FRANKFURT/M. Die Leitzinsen werden wieder steigen, die Kapitalmarktrenditen ihren Aufwärtstrend fortsetzen - und die Aktien streben davon unberührt nach oben. So jedenfalls denken viele Marktstrategen, sucht man in den aktuellen Ausblicken auf die Handelswoche vor Ostern nach einer Mehrheitsmeinung.

Wieder einmal geben die jüngsten Nachrichten dem Konjunkturoptimismus neue Nahrung. Am Freitag belasteten unerwartet hohe Inflationsdaten aus drei Bundesländern den Anleihehandel. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 5,25 %. Der Dax reagierte dagegen kaum und präsentierte sich mit 5 366,13 Punkten in guter Verfassung.

In dieser Woche richten sich die Augen der Börsianer unter anderem auf den am Dienstag veröffentlichten Ifo-Geschäftsklimaindex. Helaba, die DZ Bank und viele andere Wertpapierhäuser erwarten sehr positive Zahlen. Genau aus diesem Grunde rechnet die DZ Bank damit, dass die Veröffentlichung der Daten die Anleihekurse nicht zusätzlich unter Druck setzen wird. In dieser Woche sei eher mit einer Seitwärtstendenz an den Euroland-Bondmärkten zu rechnen, heißt es.

Ebenfalls am Dienstag werden in den USA Daten zu den Auftragseingängen und zum Verbrauchervertrauen erwartet. Zudem steht die Aktualisierung des Einkaufsmanagerindex an. Fallen auch diese Daten positiv aus, können sich Institute wie Dresdner Bank bestätigt fühlen. Die Großbank begründet ihre Erwartung steigender Renditen mit der Erholung der Wirtschaftslage. Bis Ende des dritten Quartals dürften laut Prognose die zehnjährigen Sätze für deutsche Staatstitel auf 5,7 %, für US-amerikanische von jetzt 5,40 % auf 5,70 % steigen.

Der Kursverlauf der zehnjährigen Bund liefere auch aus charttechnischer Sicht ein Verkaufssignal, heißt es. Die Commerzbank hält schnelle Renditesteigerungen für möglich, wenn weiter anhaltend gute Wirtschaftsdaten gemeldet werden. Daher empfiehlt die Bank Anleihen mit mittlerer Laufzeit von drei bis fünf Jahren zum Kauf. Sie sind weniger kursanfällig.

Bei SEB Research rechnen die Experten außerdem mit einem Wechsel der Zinspolitik. Der Einschätzung zufolge wird die US-Notenbank ihren Zielsatz für Tagesgeld von jetzt 1,75 % bis zum Jahresende auf 3 % anheben. Die Zielmarken für die Zehnjährigen in Deutschland liegen bei 5,60 %, in USA bei 5,75 %.

In der Beurteilung der Aktienmärkte überwiegt Optimismus. Nur in eher seltenen Fällen demonstrieren Bankexperten eine gewisse Skepsis. Die DZ Bank beispielsweise glaubt, dass die deutschen Standardwerte nach den starken Gewinnen seit September vergangenen Jahres deutlich überkauft sind. Im günstigsten Fall sei daher mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen. Kurzfristig wachse die Gefahr von Kursrückschlägen. Es seien auch stärkere Verluste möglich, zumal die sinkenden Handelsvolumina vor den Feiertagen die Ausschläge noch verstärken könnten. Den US-Börsen dagegen - der Dow-Jones beschloss den Freitagshandel mit moderaten Verlusten - traut die DZ Bank aufgrund der erwarteten verbesserten Unternehmensdaten Aufwärtspotential zu.

Mit dem gleichen Argument der verbesserten Konjunkturlage rechnet auch die Commerzbank mit weiteren Kursgewinnen - sowohl in USA als auch in Europa. Spätestens im April, wenn die Unternehmenszahlen für das erste Quartal bekannt gegeben würden, sei mit positiven Impulsen zu rechnen. Die Erfahrung vergangener Börsenzyklen belege, dass sich im Zuge von Konjunkturerholungen die Gewinnperspektiven deutlich aufhellten und die Bewertungsrelationen von Aktien verbesserten.

Schroder Salomon Smith Barney vertraut auf die insgesamt positiven Rahmendaten für die Weltbörsen. Aus diesem Grunde erwarten die Strategen des Hauses moderate Gewinne bis zum Jahresende und sehen in ihrem Modellportfolio eine Übergewichtung von Aktien zu Lasten der Staatsanleihen und der Barquote vor. In der regionalen Betrachtung liegen die Schwerpunkte in Europa, Fernost und Lateinamerika. Untergewichtet sind die USA und Japan.

Wegen der starken Beachtung von Unternehmensdaten dürften die in dieser Woche anstehenden Zahlen auf Aufmerksamkeit stoßen. Morgen haben unter anderem die Konzerne Altana, Metro und RWE zu Bilanzpressekonferenzen geladen. Am Mittwoch folgen etwa Medigene, Consors, Linde, Hugo Boss und Senator, am Donnerstag Steag Hamatech.

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