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ifo-Index vor Bodenbildung

Die in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten werden nach Ansicht von Volkswirten erneut Hinweise auf ein verlangsamtes Wachstum geben, aber auch zugleich Rezessionsängste widerlegen.

vwd FRANKFURT. Das Hauptaugenmerk richten die Analysten auf den für Freitag angekündigten ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat November. Alle anderen anstehenden Konjunkturdaten seien für die Märkte eher "Non-Events", so das Urteil der Volkswirte. Ralph Solveen von der Commerzbank befürchtet, dass der ifo-Index im November erneut eine Stimmungsabschwächung zeigen wird. Der Indexstand werde auf 96,5 von 97,2 im Vormonat zurückgehen.

Der im November noch sehr hohe Ölpreis werde sich in der Stimmungslage der Unternehmen entsprechend wiederfinden, erläuterte Solveen die Prognose seines Instituts. Der Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Tagen werde sich erst in der folgenden ifo-Befragung niederschlagen. Nach Auffassung Solveens ist die Stimmung indes zu sehr umgeschlagen: "Wir sehen eine Abschwächung. Von einer Rezession kann nicht die Rede sein". Für den ifo-Index Dezember sieht der Commerzbank-Volkswirt eine Stabilisierung, bevor dieser dann Anfang des Jahres einen leichten Zuwachs zeigen wird. Im Übrigen sei ein Indexstand von 96,5 noch immer relativ hoch, gab Solveen zu bedenken. "Das ist kein Rezessionsniveau", fügte er hinzu.

Michael Holstein von der DG Bank erwartet im Gegensatz zu Solveen bereits für November eine verbesserte Einschätzung des Geschäftsklimas. Der ifo-Index wird seiner Prognose zufolge einen Anstieg auf 97,4 (97,2) zeigen. Die ifo-Befragung im Oktober habe bereits eine Aufhellung der Geschäftserwartungen gezeigt, was für eine Erholung des Geschäftsklimas im Folgemonat spreche. Auch über die weitere Entwicklung äußerte sich Holstein zuversichtlich. Falls sich der Rückgang des Ölpreises fortsetze, werde es im kommenden Jahr zu einer deutlichen Aufhellung kommen. Die zum 1. Januar in Kraft tretende Steuerreform werde dazu einen nicht unerheblichen Beitrag leisten. Allerdings könne sich ein "hard landing" in den USA negativ auf das deutsche Geschäftsklima auswirken.

Auch nach Ansicht von Harald Jörg, Dresdner Bank, wird die Konjunkturdiskussion das Geschäftsklima im November belastet haben. Er erwartet einen Rückgang des ifo-Index' auf einen Stand 97,0 (97,2). Der größte Druck auf die Einschätzungen der Unternehmen habe wohl der hohe Ölpreis ausgeübt, der im November voll durchgeschlagen habe, betonte Jörg. Falls sich die aktuelle Abwärtsbewegung der Rohölpreise fortsetze, werde der ifo-Index im Dezember jedoch aufwärts gerichtet sein: "Der Dezember könnte eine Wende sein". Angesichts der Auftragseingänge Oktober hält auch Jörg Rezessionsängste für übertrieben: "Es bestätigt sich, dass wir nur eine Dämpfung der Wachstumsdynamik sehen".

Nach Auffassung von Alexander Boeter von Deutsche Bank Research wird der ifo-Index für November mit einem Rückgang auf 97,0 seinen Boden gefunden haben. Ein weiteres Abrutschen werde es nicht geben, betonte er. Zur Begründung verweist auch Boeter auf den Ölpreis, der im November noch belastet habe, nun aber falle.

Boeter zufolge werden sich die Einzelhandelsumsätze real und saisonbereinigt im Oktober um 0,2 % gegenüber dem Vormonat verringern. Holstein geht hier indes von einer leichten Erholung von 0,3 % aus. Nach Einschätzung aller Analysten werden die Einzelhandelsumsätze auf Grund ihrer hohen Volatilität indes keinen Einfluss auf die Märkte zeigen. Gleiches gelte für die Daten zur deutschen Handels- und Leistungsbilanz sowie das BIP der Euro-11-Staaten.

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