Ifo-Weltwirtschaftsindikator geht erneut zurück – Euro erholt sich
Handelsblatt-Frühindikator unter drei Prozent

Das Konjunkturklima kühlt sich weltweit ab: Dieser Entwicklung kann sich auch Deutschland nicht entziehen. Der Handelsblatt-Frühindikator fällt im Dezember erstmals seit acht Monaten unter die Marke von 3 %.

HB DÜSSELDORF. Die Konjunktur wird sich weltweit leicht abschwächen. Dieser Entwicklung kann sich auch Deutschland nicht entziehen. Dies belegen der vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Welt-Klimaindikator für Oktober und der Handelsblatt-Frühindikator, der im Dezember erstmals seit acht Monaten unter die Marke von 3 % fiel. Nach der Ifo-Umfrage bei 660 internationalen Wirtschaftsexperten handelt es sich aber nur um eine vorübergehende Abkühlung, nicht um den Beginn einer Rezession.

Frühindikator West:

>>Tabelle und Grafik

Konjunkturbarometer Ost:

>>Tabellen und Grafik

Der vierteljährliche Ifo-Indikator ist zuletzt von 113,6 auf 107,4 Indexpunkte gesunken. Der bisherige Höhepunkt hatte im April bei 117,2 Punkten gelegen. Ausschlaggebend für den Indexrückgang war laut Ifo, dass die Entwicklung in der näheren Zukunft weniger optimistisch eingeschätzt wird. Mittelfristig seien die Erwartungen aber weiter positiv.

Für Westeuropa rechnen die Experten in den nächsten drei bis fünf Jahren mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 %. Besonders ausgeprägt seien die Anzeichen für eine kurzfristige Wachstumsverlangsamung in Portugal, Dänemark, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. In Deutschland werde dagegen die Steuerreform 2001 den privaten Konsum ankurbeln.

Der Handelsblatt-Frühindikator für Westdeutschland, der der tatsächlichen Konjunkturentwicklung etwa ein Vierteljahr vorauseilt, gab im Dezember von 3,1 % auf 2,7 % nach. Er liegt damit nur um 0,1 Prozentpunkte über dem Stand zu Jahresbeginn. Hauptursache war die deutliche Eintrübung der Entwicklung in der Industrie. Nach der Prognose des Frühindikators, die für die ersten drei Quartale 2000 punktgenau war, wird sich das deutsche Wachstum im ersten Quartal 2001 aber nur leicht abschwächen. In gleitender Jahresrate werden 3,0 % nach 3,1 % im vierten Quartal 2000 vorausgesagt.

Für die USA erwarten die von Ifo befragten Experten eine weiche Landung der Konjunktur. Die Aussichten für die nächsten sechs Monate hätten sich spürbar eingetrübt. In den nächsten drei bis fünf Jahren wird aber ein Wachstum von 3,6 % in den USA und weltweit von 3,7 % erwartet. Nach Ansicht der Finanzmärkte deuten die jüngsten US-Konjunkturdaten jedoch auf eine stärkere Konjunkturabschwächung in Übersee hin. Dies kam gestern dem Euro und dem Rentenmarkt zugute, an den Börsen kam es zu Kursverlusten. Der Euro stieg auf ein Dreimonatshoch von knapp über 0,89 US-Dollar.

Der Index des Conference Board für die Entwicklung in den USA in den nächsten Monaten fiel im Oktober um 0,2 %, meldete das Institut der US-Industrie gestern Nachmittag. Im September war er unverändert geblieben.

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