IG Metall bestätigt Streichpläne
Infineon will 5 000 Stellen streichen

Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon Technologies will nach Informationen der Gewerkschaft IG Metall nach den jüngsten Verlusten 5 000 Stellen streichen. "Wir haben das aus gut informierten Kreisen, die das wissen müssen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Mittwoch in München.

Reuters MÜNCHEN. Das "Wall Street Journal" (Mittwochausgabe) hatte berichtet, der Infineon-Aufsichtsrat werde noch am Mittwoch über Stellenstreichungen beraten und in den nächsten Tagen damit an die Öffentlichkeit gehen. Sybille Wankel, die für die IG Metall im Aufsichtsrat sitzt, sagte Reuters, über den Umfang des Abbaus sei bisher nicht gesprochen worden.

Nach Gewerkschaftsangaben wären 15 Prozent der Belegschaft von dem Abbau betroffen. Die IG Metall kündigte Widerstand an. Eine Infineon-Sprecherin bestätigte nur, dass sich das Gremium am Mittwochnachmittag turnusmäßig treffen werde. Zu den in dem Bericht genannten Zahlen wollte sie aber keine Stellung nehmen. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte am Montag bei der Vorlage der Quartalszahlen Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen. Bereits zuvor hatte der Chip-Hersteller einen Einstellungsstopp verhängt. Stellenstreichungen würden "in dem weiter schwierigen Marktumfeld von jedem erwogen", bekräftigte die Sprecherin auf Anfrage.

"Wir wissen, dass es Pläne gibt, einige Stellen zu streichen", sagte Aufsichtsratsmitglied Wankel dem "Wall Street Journal". Bis zur vergangenen Woche sei die Gewerkschaft davon ausgegangen, dass Infineon keine Arbeitsplätze streichen werde. "5 000 Stellen in einem Jahr abzubauen, ist kaum vorstellbar", sagte die Arbeitnehmervertreterin.

Die Infineon-Aktie legte am Mittwoch zunächst um ein Prozent auf 28,00 Euro zu. Händler sagten, die Pläne zum Stellenabbau hätten das Papier beflügelt. "Mit der Streichung von Gehältern kann man Kosten einsparen und damit den Spread zwischen Produktionskosten und Verkaufspreis ein wenig schließen", sagte Helaba-Händler Christian Schmidt. "Das kann dazu beitragen, dass der Verlust in Zukunft geringer ausfällt."

Am Montag hatte die Siemens-Tochter für das dritte Quartal einen Verlust von 598 Millionen Euro ausgewiesen. Im Jahr davor hatte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch 366 Millionen Euro Gewinn verbucht. Vorstandschef Schumacher hatte erklärt, er sehe keine Erholung auf dem Halbleitermarkt.

Auch Siemens selbst will nach eigenen Angaben weitere Arbeitsplätze abbauen. Vorstandschef Heinrich von Pierer wollte das Volumen am Mittwoch aber nicht beziffern. Vor allem in der Sparte Information & Communication Networks (ICN) seien weitere Maßnahmen nötig, so Siemens. Im operativen Geschäft ist der Münchener Technologiekonzern im dritten Quartal 2000/2001, das am 30. Juni endete, in die roten Zahlen gerutscht.

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