IG Metall fordert 35-Stunden-Woche
Metaller-Streiks ausgeweitet

Mit einer Ausweitung der Streiks für die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie haben die Gewerkschafter den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

HB/dpa BERLIN/LEIPZIG. Mehr als 11 000 Beschäftigte in 15 Betrieben legten nach Angaben der IG Metall am Dienstag die Arbeit neben Sachsen nun auch in Berlin und Brandenburg nieder. Der Arbeitskampf für geringere Wochenarbeitszeit Osten dauert bereits mehr als zwei Wochen. In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie gibt es 310 000 Beschäftigte. Die Wochenarbeitszeit beträgt 38 Stunden.

Bestreikt wurden unter anderem der Autokonzern DaimlerChrysler im brandenburgischen Ludwigsfelde, die Bombardierwerke in Görlitz und Bautzen sowie die Volkswagenwerke in Zwickau und Chemnitz. In der Bundeshauptstadt war allerdings nur der Ostteil betroffen. In der West-Berliner Metall- und Elektroindustrie gilt - wie in den anderen alten Bundesländern - bereits die 35-Stunden-Woche.

Bislang gibt es keine Zeichen für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Einen Abschluss wie in der ostdeutschen Stahlbranche, wo die 35-Stunden-Woche in einem Stufenplan bis 2009 kommen soll, lehnen die Metall-Arbeitgeber strikt ab. Im Arbeitgeberlager gibt es die Hoffnung, dass der Streik mit Beginn der Sommerferien im Juli in sich zusammenbrechen könnte. Die IG Metall wies diese Annahme zurück.

Gewerkschaft will Druck auf Arbeitgeber erhöhen

Die Ausweitung der Streiks auf Berlin und Brandenburg hatte der Vorstand der IG Metall am Montagabend in Frankfurt beschlossen. "Mit der Ausweitung des Arbeitskampfes wollen wir den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen, um möglichst bald einen akzeptablen Tarifabschluss zu erreichen", sagte IG-Metall-Vize Jürgen Peters.

Zum Auftakt der dritten Streikwoche in Sachsen hatten am Montag mehr als 6800 Metaller die Arbeit niedergelegt. Dort sollen die Streiks zunächst bis kommenden Samstag fortgesetzt werden. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wird es dagegen vorerst keine Urabstimmung über einen Streik geben. Der IG Metall - Vorstand stellte am Montag entsprechende Anträge der Tarifkommissionen weiterhin zurück, wie ein Sprecher mitteilte.

Unterdessen lehnten die Arbeitgeber die Einführung der 35-Stunden- Woche für die 310 000 Beschäftigten der Branche erneut kategorisch ab. "Wir werden keine Vereinbarung zur Arbeitszeit unterzeichnen, die den Belangen der Region widerspricht, heißt es in einer in Leipzig verabschiedeten "Leipziger Erklärung" der ostdeutschen Arbeitgeberverbände. Die Beibehaltung der 38-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie Ostdeutschlands sei unverzichtbar für den Aufbau Ost.

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