IG-Metall glaubt nicht an Erfolg des Bündnisses für Arbeit: Tarifpartner signalisieren Härte

IG-Metall glaubt nicht an Erfolg des Bündnisses für Arbeit
Tarifpartner signalisieren Härte

Einen Tag vor dem Spitzentreffen zum Bündnis für Arbeit haben Gewerkschaften und Arbeitgeber am Donnerstag Härte signalisiert.

ap FRANKFURT/MAIN. Während Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt eindringlich vor einem Scheitern des Bündnisses warnte, bekräftigte die stellvertretende DGB-Chefin Ursula Engelen-Kefer angesichts der Preissteigerungen die Lohnforderungen der Gewerkschaften. Die IG Metall äußerte Zweifel am Erfolg des Bündnisses. Sie will bis Montag ihre offizielle Tarifforderung beschließen.

Hundt sagte im Südwestrundfunk, dass sich das Bündnis derzeit auf einem Tiefpunkt befinde. Deshalb müssten jetzt alle Beteiligten «über jeden individuellen Egoismus hinaus» Lösungen suchen. Konkrete Tarifvereinbarungen könnten und wollten auch die Arbeitgeber nicht treffen. Es müsse aber zu einem Grundkonsens über die Kriterien der Tarifrunde in den einzelnen Branchen kommen. Bei nicht angemessenen Abschlüssen werde es wohl zu Entlassungen kommen, fügte Hundt hinzu.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, warnte davor, dass Arbeitskämpfe Jobs kosten könnten. In der «Augsburger Allgemeinen Zeitung» (Donnerstagsausgabe) forderte Kannegiesser die Teilnehmer auf, über Tarifpolitik zu reden. «Wenn es sinnvoll ist, im Bündnis für Arbeit über Tarifpolitik zu reden, dann in Anbetracht von vier Millionen Arbeitslosen», sagte der Metall-Arbeitgeberchef. Die IG Metall hat es bisher strikt abgelehnt, über dieses Thema zu reden.

Die DGB-Vizechefin Engelen-Kefer sagte der «Berliner Zeitung» (Donnerstagsausgabe), der erwartete Preisauftrieb bis zu drei Prozent mache «noch deutlicher, wie berechtigt unsere Forderungen nach kräftigen Lohnsteigerungen sind». Wenn die Binnenkonjunktur angekurbelt werden sollen, gehe das nicht ohne höheres Einkommen der Arbeitnehmer und damit einer stärkeren Massenkaufkraft. Deshalb müssten die Tariferhöhungen deutlich über der Inflationsrate liegen. IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich verwies in der selben Zeitung auf Einkommenseinbußen im vergangenen Jahr: 2001 seien die Löhne und Gehälter um lediglich 2,1 Prozent, die Preise aber durchschnittlich um 2,5 Prozent gestiegen. Dass die Arbeitnehmer drauflegten, dürfe sich nicht wiederholen.

IG Metall: Arbeitgeber an Bündnis nicht interessiert

Der stellvertretende IG-Metall-Chef Jürgen Peters glaubt nicht an einen Erfolg des für Freitag geplanten Gesprächs. «Die Arbeitgeber sind an dem Bündnis nicht ernsthaft interessiert, sagte er im Inforadio Berlin-Brandenburg. Die Stimmung sei außerdem wegen des bevorstehenden Wahlkampfes zu politisiert. Peters forderte von der Bundesregierung neue Investitionen um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

In den zehn IG-Metall-Tarifbezirken sollen in den nächsten Tagen die Lohnforderungen für 2002 beschlossen werden und am kommenden Montag vom Bundesvorstand abgesegnet werden. Im vergangenen Dezember hatte der Vorstand der zweitgrößten deutschen Einzelgewerkschaft eine Empfehlung für Lohnforderungen von fünf bis sieben Prozent ausgegeben. Die geltenden Tarifverträge laufen Ende Februar aus.

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