IG Metall hofft auf Auffanglösung für Mobilcom
Simonis: Insolvenzverwalter könnte Mobilcom retten

Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) sieht auch nach dem Rückzug der France Telecom Chancen für ein Überleben des schleswig-holsteinischen Mobilfunkkonzerns Mobilcom. Allerdings werde die Politik nur beschränkt helfen können.

rtr/ddp/vwd BERLIN. Simonis (SPD) sagte im Deutschlandfunk, sie bedauere die Entscheidung der France Télécom. Es müsse aber zunächst über einen Insolvenzantrag von Mobilcom und die Ausgestaltung des Insolvenzplans entschieden werden, bevor es um die Frage von Landeshilfen gehen könne.

Ein guter Insolvenzverwalter könnte in Zusammenarbeit mit der Politik Mobilcom wieder auf die Beine bringen, sagte Simonis weiter. Das Land werde alles tun, um die Arbeitsplätze bei dem Unternehmen zu sichern. Dabei werde in den Fragen, wo das Land helfen könne, auch helfen. Dies gelte etwa für Steuerfragen. Bei der Bewältigung der Milliardenschulden der Mobilcom seien der Politik aber die Hände gebunden. Derartige Schulden könne und dürfe das Land "nicht wuppen", sagte Simonis.

Ein Betriebsratssprecher der Mobilcom hatte zuvor im Deutschlandfunk gesagt, bei einer Insolvenz seien bis zu 5 500 Arbeitsplätze gefährdet. Der Mobilcom-Großaktionär France Telecom hatte am Donnerstagabend angekündigt, Mobilcom nicht mehr mit Liquidität zu versorgen. Mobilcom hatte bereits zuvor angekündigt, in einem solchen Fall innerhalb von Tagen Insolvenz anmelden zu müssen.

IG Metall hofft auf Auffanglösung für Mobilcom

Die IG Metall äußerte derweil großes Interesse daran, im Falle einer Insolvenz gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter eine Auffanglösung zu erarbeiten. Das neue Insolvenzrecht biete dafür gute Möglichkeiten, sagte Sprecher Kai Petersen am Freitag. Wichtig sei, dass das Insolvenzgericht einen geeigneten Insolvenzverwalter berufe, der Erfahrungen mit Unternehmen dieser Größe habe. In Deutschland gebe es nur ungefähr sechs Personen, die dafür in Frage kämen, sagte Petersen. Er rechnet Mitte nächster Woche mit einem Insolvenzantrag von Mobilcom.

Die Gewerkschaft will am Freitag klären, wie lange die Liquidität von Mobilcom ausreicht. Außerdem spreche man mit Vorstandsmitgliedern und Vertretern des Landes über weitere Schritte, sagte Petersen. Für die Mitarbeiter ändere sich gegenwärtig nichts. Die Arbeitsplätze und Gehaltsansprüche blieben bestehen. Zur weiteren Entwicklung könne man derzeit keine Prognosen abgeben, sagte Petersen.

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