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IG Metall kämpft für 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland

Die Industriegewerkschaft Metall hat eine raschere Angleichung der Arbeitsverhältnisse in den neuen Ländern an das Westniveau gefordert.

ap ERFURT. Die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland als weiterer großer Schritt der Angleichung werde den Aufbauprozess nicht behindern, sondern verbessern, sagte der für Thüringen zuständige IG Metall-Bezirksleiter Klaus Mehrens am Donnerstag in Erfurt. Derzeit gilt in den neuen Ländern die 38-Stunden-Woche.

Die Tarifbindung in den neuen Ländern sei "in höchstem Maße unbefriedigend", sagte Mehrens. Arbeitszeitverkürzung steigere die Produktivität und schaffe Arbeitsplätze. Dringend benötigte Fachkräfte würden bei tariflicher Angleichung eher im Land bleiben, betonte der Gewerkschafter.

Mehrens bezeichnete die Thesen des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) zur Situation in Ostdeutschland als eine richtige und ernst zu nehmende Mahnung an die Adresse der Politik. "Unsere ganze Gesellschaft steht auf der Kippe, wenn die Menschen keine Perspektive haben", betonte der Gewerkschafter. Perspektivlosigkeit sei eine der stärksten Wurzeln des Rechtsextremismus' besonders bei jungen Menschen. Die in Thüringen hohe Zahl rechtsextremer Gewalttaten sei ein Ausdruck dieser Perspektivlosigkeit, sagte Mehrens und sprach sich dafür aus, den Solidarpakt Zwei umgehend in Angriff zu nehmen und auf zwölf Jahre auszudehnen.

In Erfurt erinnerte die IG Metall am Donnerstag mit einer Jubiläumsfeier an die Gründung ihrer Verwaltungsstellen Anfang 1991. Damals waren über 200 000 Thüringer Mitglied der Gewerkschaft. Vor allem durch den Zusammenbruch der Industriebetriebe gab es 1996 noch 75 000 Mitglieder der IG Metall; heute sind es nach Angaben der Gewerkschaft 62 000. Dennoch sei die betriebliche Organisation in Ostdeutschland höher als in Betrieben der alten Bundesländer, sagte Mehrens.



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