IG Metall
Kommentar: Jetzt geht es um Zwickels Nachfolger

Mit diesem Tarifabschluss endet für die IG Metall eine Ära. Es war ihr letzter unter Klaus Zwickel. Ende 2003, wenn die nächste Tarifrunde beginnt, wird bereits Zwickels Nachfolger im Amt sein. Und damit werden hoffentlich wieder klare Machtverhältnisse in Deutschlands einflussreichster Gewerkschaft herrschen. Das ist das wirklich Gute an der langen Laufzeit dieses Tarifvertrags. Denn noch eine Tarifrunde, die so stark vom Machtkampf um die Zwickel-Nachfolge geprägt ist wie diese, hätte die IG Metall weder der Branche noch der Öffentlichkeit zumuten können. Und wahrscheinlich auch nicht sich selbst.

Nun hat die Gewerkschaft Zeit, in Ruhe auszufechten, wer ihre neue Nummer eins werden soll. Favoriten sind Vize Jürgen Peters und Berthold Huber, Chef des Bezirks Baden-Württemberg. Huber freilich hat bisher keine Ambitionen auf den Vorsitz erkennen lassen. Doch es ist bekannt, dass er von Peters? Klassenkämpferideologie wenig hält. Und vielen in der IG Metall gilt er als die bessere Wahl. Der schwierige Abschluss vom Mittwoch, von Zwickel als tarifpolitisches "Meisterstück" gelobt, dürfte seine Position stärken. Huber steht für die innovative Seite der IG Metall. Dass die gleiche Bezahlung von Arbeitern und Angestellten nach Jahren endlich Eingang in einen Tarifvertrag gefunden hat, ist seiner Zähigkeit zu verdanken. Die Arbeitgeber, die diese überfällige Reform zunächst auf die lange Bank schieben wollten, ließ Huber ziemlich innovationsfeindlich aussehen.

Aber auch Peters hat viele Anhänger. Diejenigen etwa, die Hubers Abschluss für zu niedrig halten. Peters? Schlachtruf "Geld, Geld, Geld" kommt bei ihnen an. Doch man sollte den Vize nicht als traditionalistischen Betonkopf unterschätzen. Geschickt macht er sich Neuerungen zu Eigen, wenn er sie in der IG Metall für mehrheitsfähig hält. Nur anstoßen tut er sie nicht. Es wird Zwickels letzte wichtige Aufgabe sein, die Weichen für den richtigen Nachfolger zu stellen.

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