Archiv
IG Metall macht mobil gegen Leiharbeit bei Daimler-Chrysler

"Es ist nicht akzeptabel, dass Beschäftigte am gleichen Arbeitsplatz zu unterschiedlichen Konditionen arbeiten", sagte der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Helmut Lense, in Stuttgart

ap STUTTGART. Das werde rundweg abgelehnt. Außerdem müsste der Konzern zu diesem Thema eine entsprechende Betriebsvereinbarung abschließen.

Auch die Belegschaft lehne den Einsatz von Leiharbeitern ab. "Wenn es zum Abschwung kommt stehen sie als erste auf der Straße", sagte Lense. Die Schaffung von befristeten Arbeitsverhältnisse hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen im Unternehmen geführt. Seit 1997 hätten die befristeten Stellen zugenommen. "In vielen Werken ist damals nicht mehr fest eingestellt worden", sagte Lense.



Andere Möglichkeiten zur Flexibilisierung

Daraufhin hatte der Betriebsrat für alle deutschen Standorte Vereinbarungen über eine Begrenzung des Einsatzes von befristeten Beschäftigten getroffen. Nach Angaben von Daimler-Chrysler wurden in den vergangenen drei Jahren 8 000 Stellen in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt. Lense sagte, zur Flexibilisierung gebe es andere Möglichkeiten. Als Beispiel nannte er den Abbau von Überstunden oder die Erweiterung der Altersteilzeit. "Das kostet natürlich ein paar Pfennige mehr."

Das Aufsichtsratsmitglied verteidigte die Fusion der beiden Autobauer. "Das Rad zurückzudrehen wäre falsch." Der Kostendruck nehme zu. Es gehe auch darum, Einsparmöglichkeiten zu suchen, ohne die Marke Mercedes zu gefährden. Die schlechte Lage bei der US-Sparte Chrysler sei auch ein Thema unter der Belegschaft. "Man schaut, was für Auswirkungen hat das auf dem Gesamtkonzern."



"Shareholder Value" ist nicht das Wichtigste

Lense betonte, dass die vereinbarte Ergebnis-Beteiligung der Mercedes-Beschäftigten in Deutschland auf keinen Fall in Gefahr sei. Die sei sauber abgegrenzt vom Gesamtkonzern. Das Aufsichtsratsmitglied forderte eine neue gesellschaftliche Diskussion über den Begriff "Shareholder Value". Der Aktienkurs dürfe nicht das ein und alles einer Konzernlenkung sein. "Das nimmt langsam Stilblüten an, die nicht mehr normal sind."

Die Klage des US-Milliardärs Kirk Kerkorian gegen Vorstandschef Jürgen Schrempp und andere aus der Stuttgarter Führungsriege auf acht Mrd. Dollar nannte Lense einen "Exzess". Kerkorian und andere werfen der Daimler-Chrysler-Führung vor, die Chrysler-Aktionäre bei der Fusion mit 1998 belogen zu haben.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%