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IG Metall sieht Arbeitsplätze bei Opel nach wie vor gefährdet

Die geplanten Sparmaßnahmen bei Opel allein reichen nach Auffassung von Politikern, Unternehmern und Gewerkschaften für eine Sanierung nicht aus. "Die Arbeitsplätze sind nach wie vor gefährdet", sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, im "Deutschlandradio Berlin".

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Die geplanten Sparmaßnahmen bei Opel allein reichen nach Auffassung von Politikern, Unternehmern und Gewerkschaften für eine Sanierung nicht aus. "Die Arbeitsplätze sind nach wie vor gefährdet", sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, im "Deutschlandradio Berlin". Auch der Aufsichtsrats- Chef von Opel, Carl-Peter Forster, rechnet trotz der Sparmaßnahmen nicht mit einer Entspannung der Situation für den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) . Die Märkte blieben auch im kommenden Jahr schwierig, sagte er der "Welt am Sonntag" (Wams).

In Nordrhein-Westfalen zweifelt die Landesregierung an der Sicherheit des Opel-Standorts in Bochum. "Entscheidend wird sein, wie Opel das Werk ausstattet und welche Produktion, Montage und Zulieferung dort langfristig stattfindet", sagte NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau (SPD) der "Berliner Zeitung" (Wochenendausgabe).

Die Wams berichtet unter Berufung auf GM-Kreise, das Opel-Werk in Rüsselsheim habe gute Chancen auf die Produktion der neuen Mittelklasse-Wagen von Opel und Saab. Bedingung sei, dass der Opel - Betriebsrat weiteren Sparmaßnahmen in Rüsselsheim zustimme. Gedacht sei an längere Arbeitszeiten und an einen Verzicht auf übertarifliche Leistungen. IG Metall-Vize Huber sprach sich im "Deutschlandradio" gegen eine Arbeitszeitverlängerung aus. Dies würde zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen.

Wirtschaftsminister Schartau befürwortete die von Opel geplante Transfergesellschaft. Entsprechende Gesellschaften in Nordrhein- Westfalen hätten Vermittlungsquoten von bis zu 60 Prozent, sagte er der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (Samstagsausgabe). "Man kann nicht die einfache Rechnung aufmachen, das ginge zu Lasten der Beitragszahler. Denn es wird der Versuch gemacht, die Finanzierung von Arbeitslosigkeit zu vermeiden."

Bei Wirtschaftsökonomen dagegen stößt die Transfergesellschaft nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auf Kritik. Der Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Wolfgang Franz, bewertet dies "als reine Verschleierungsmaßnahme, mit der Unternehmen und Gewerkschaft den verabredeten Personalabbau bemänteln wollen".

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