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IG Metall: Siemens spart durch Lohnverzicht 110 Millionen EuroDPA-Datum: 2004-07-21 12:33:34

München (dpa) - Der Siemens-Konzern spart durch den Lohnverzicht in den Werken Bocholt und Kamp-Lintfort nach Berechnungen der IG Metall in den nächsten fünf Jahren mindestens 110 Millionen Euro.

München (dpa) - Der Siemens-Konzern spart durch den Lohnverzicht in den Werken Bocholt und Kamp-Lintfort nach Berechnungen der IG Metall in den nächsten fünf Jahren mindestens 110 Millionen Euro.

Dies sei eher eine konservative Schätzung, sagte eine IG-Metall- Sprecherin am Mittwoch in München. Die Beschäftigten müssten im Gegenzug Einkommenseinbußen von bis zu 30 Prozent hinnehmen. Ein Siemens-Sprecher wollte die Zahlen nicht bestätigen. Es gebe in der Vereinbarung variable, erfolgsabhängige Komponenten.

Siemens und Arbeitnehmervertreter hatten sich für die Telefon-Werke in Bocholt und Kamp-Lintfort auf die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich geeinigt. Zudem müssen die Beschäftigten Abstriche machen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld. Im Schnitt müssten die Beschäftigten auf etwa zehn Prozent Einkommen oder mindestens 200 Euro im Monat verzichten, erklärte die IG Metall. Besonders stark betroffen seien Mitarbeiter in der Fertigung, die auf der Basis eines Prämienlohns bisher eine 40-Stunden-Woche im Vertrag haben. Sie müssen weiterhin 40 Stunden arbeiten, bezahlt werden aber nur noch 35 Wochenstunden.

Die Ausgangssituation sei sehr schwer gewesen, weil Siemens die Verlagerung von 2000 Arbeitsplätzen bereits beschlossen habe, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bocholt, Heinz Cholewa. «Es waren zu keinem Zeitpunkt Verhandlungen, von denen man sagen kann, dass sie auf gleicher Augenhöhe stattgefunden haben.» Nach seiner Einschätzung wäre ein Streik tarifrechtlich nicht möglich gewesen.

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