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IG Metall will Lösung für alle Daimlerchrysler-Standorte - ProtestDPA-Datum: 2004-07-20 07:43:17

(dpa-AFX) Hamburg - Im Streit um Sparmaßnahmen bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > streben die Arbeitnehmer offensichtlich eine langfristige Übereinkunft für alle deutschen Standorte an. "Wie wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält, sondern sämtliche mittelfristigen Produkteinführungen abdeckt", sagte IG-Metall-Vizechef Berthold Huber der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren sei denkbar. Am heutigen Dienstag sollen die Gespräche zwischen Vorstand und Betriebsrat weitergehen.

(dpa-AFX) Hamburg - Im Streit um Sparmaßnahmen bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > streben die Arbeitnehmer offensichtlich eine langfristige Übereinkunft für alle deutschen Standorte an. "Wie wollen eine Verabredung, die nicht nur zwei Jahre hält, sondern sämtliche mittelfristigen Produkteinführungen abdeckt", sagte IG-Metall-Vizechef Berthold Huber der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren sei denkbar. Am heutigen Dienstag sollen die Gespräche zwischen Vorstand und Betriebsrat weitergehen.

In der Nacht unterstrichen rund 1.500 Mercedes-Beschäftigte des von Stellenverlagerungen bedrohten Werkes in Sindelfingen die Forderungen der Gewerkschaftsspitze. Gegen 3.30 Uhr verließen die Mitarbeiter der Nachtschicht nach Angaben eines IG-Metall-Sprechers ihre Arbeitsplätze und zogen vor die Werkstore. Betriebsrat Thomas Freund forderte dort bei einer Kundgebung für alle deutschen Standorte des Autobauers eine langfristige Beschäftigungssicherung bis 2012.

MUT ZU Veränderung

Mercedes-Chef Jürgen Hubbert betonte am Montagabend in der ZDF-Sendung "Wiso", für eine solch langfristige Standortsicherung über das Jahr 2010 hinaus müsse das geforderte Einsparvolumen von 500 Millionen Euro im Jahr zusammenkommen. Die Arbeitnehmerseite müsse den Mut haben, Veränderungen einzugehen, sagte er.

Huber bekräftigte dagegen, dass das vom Daimlerchrysler-Vorstand angestrebte Volumen der Einsparungen nicht akzeptabel sei: "Wir werden die geforderten 500 Millionen Euro nicht schlucken. Das ist ganz klar." Als eine der wichtigen Produkteinführungen für die kommenden Jahre nannte Huber neben der modifizierten C-Klasse einen neuen Vierzylinder-Dieselmotor für Pkw, der in Untertürkheim gebaut werden soll, sowie im Lkw-Bereich eine neue Actros-Klasse.

Der Vorstand droht, die Produktion der neuen C-Klasse von 2007 an aus Baden-Württemberg nach Bremen und Südafrika zu verlagern, wenn die Personalkosten nicht gesenkt werden. Dabei sind unter anderem einige tarifliche Sonderregelungen im Südwesten umstritten. Am Montag bot der Vorstand für den Fall einer Einigung einen Gehaltsverzicht an. Eine Höhe wurde nicht genannt. Der Betriebsrat betonte seine Kampfbereitschaft. Sollte es in dieser Woche keine Einigung geben, werde der Protest am Freitag in allen deutschen Werken "mit voller Härte" fortgesetzt, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm am Montag.

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