Illegale Zahlungen sollen Gnadenerlass bewirkt haben
US-Justiz ermittelt gegen Clinton

Reuters WASHINGTON. Die US-Justiz hat im Fall der Begnadigung eines flüchtigen Finanziers durch den früheren US-Präsidenten Bill Clinton ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Die New Yorker Staatsanwältin Mary Jo White werde überprüfen, ob illegale Zahlungen mit dem Gnadenerlass für Marc Rich verbunden seien, hieß es am Mittwoch in Bundesbehörden. Clinton hatte Rich wenige Stunden vor Ende seiner Amtszeit am 20. Januar begnadigt. In den vergangenen Wochen war die Frage aufgetaucht, ob ein Zusammenhang zwischen dem Gnadenerlass und Wahlkampfspenden in Höhe von mehreren hundertausend Dollar durch Richs Ex-Frau Denise Rich besteht.

Marc Rich selbst war aus Furcht vor einer strafrechtlichen Verfolgung unter anderem wegen Steuerhinterziehung, illegalen Ölhandels mit dem Iran und organisierter Kriminalität vor 17 Jahren in die Schweiz geflohen.

Clinton teilte in einer Stellungnahme mit, er werde bei jeder "angemessenen" Untersuchung kooperieren. Der Ex-Präsident wies erneut Vorwürfe zurück, er sei durch Spenden für seine Demokratische Partei oder seine Präsidenten-Bibliothek in seiner Entscheidung über die Begnadigung Richs beeinflusst worden. Er habe seine Entscheidung auf der Grundlage dessen getroffen, was er für richtig gehalten habe, sagte Clinton. Denise Rich hat sich bislang geweigert, mehrere ihr schriftlich vorgelegte Fragen zu den Spenden zu beantworten. Die umstrittene Begnadigung ist bereits Gegenstand zweier Untersuchungsverfahren des US-Kongresses.

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