Ilulissat – übersetzt bedeutet das „Eisberge“: Die Kulisse macht dem Namen alle Ehre.
Es pritzelt bei den Eiskönigen

Abenteuer Disko-Bucht: Mit der MS Disko II unterwegs durch die "größte Eiswürfelmaschine der Welt" in Nordgrönland.

Durch das Schiff geht ein Ächzen und Knirschen; von der Bordwand kommt mächtiges Schrammen. Ist das da vorne ein anderes Schiff oder was? Wie Knäckebrot zerbröselt das Packeis vorm Bug der "MS Disko II". Eis ist überall, eingehüllt in dichten Nebel, der die Welt gegen das diffuse Zwielicht der Mitternachtssonne in Weiß taucht. Wer bei der "Expedition Diskobucht" das ewige Eis an Grönlands Westküste erkundet, erlebt in arktischen Gewässern ungezähmte Natur, in der sich eine Abenteuerlust entfaltet, die bei der Einfahrt in den Hafen von Ilulissat auch den letzten Zweifler packt.

Ilulissat - übersetzt bedeutet das "Eisberge". Die Kulisse macht dem Namen alle Ehre. Es ist die drittgrößte Stadt Grönlands mit 4 200 Einwohnern - und rund 6 000 Schlittenhunden. Um von Kangerlussuaq, dem Ausgangs- und Zielpunkt unserer Rundreise, dorthin zu kommen, müssen 785,2 Seemeilen zurückgelegt und ein paar Zwischenstopps eingelegt werden. Etwa in Sisimiut, über dem heute wieder Waschküchenwolken liegen. Nichts für Zartbesaitete ist der "Fleischmarkt", wo das Blut spritzt und mit wuchtigen Schlägen Fische und Robben zerlegt werden. Grönländer kennen keine Fangquote. Robben und Wale jagen, das heißt hier zu Lande überleben.

Kurs auf die Diskoinsel. Durch das Schiff schallt es: "Eisberge in Sicht!" Einige, die im Meer treiben, gleichen Kathedralen aus Marmor. Riesigen Schwänen oder gigantischen Muscheln ähneln andere. Später ankert das Schiff vor Qeqertarsuaq, wohin die Passagiere mit Zodiacs, das sind Spezial-Schlauchbooten, übersetzen. Durch weißes Wollgras , das sich im Wind wiegt, hören wir das Heulen der Schlittenhunde, die uns begrüßen. An Gestellen trocknen in der Polarluft Grönlandhaie, die nur als Hundefutter geeignet sind. Für Menschen sind sie ungenießbar, weil sie zu viel übel riechendes und schmeckendes Ammoniak enthalten.

"Es ist diese wilde, raue Natur, die mich an Grönland fasziniert", sagt Klaus Kiesewetter, einer von sieben Lektoren und Grönlandexperten an Bord. "Bewundernswert ist die Kunst der Inuit, in dieser Umgebung glücklich zu sein, ihre Freundlichkeit, der Humor und die Gelassenheit." Von der Gastfreundschaft der Inuit kann sich jeder überzeugen, der mit einem "Kutaa" (guten Tag) grüßt - er wird schon mal zum "Kaffemik" eingeladen. Ein gastfreundlicher Kaffee ist o.k. Das Nationalgericht aus Robbenfleisch und Reis (Suaassat) oder Mattak (rohe Walhaut) ist nicht jedermanns Sache.

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