Im Auftrag des NDR
Sparkassen-Rechner angeblich gehackt

Zum zweiten Mal in sechs Monaten ist es Hackern angeblich gelungen, in die Online-Rechner deutscher Kreditinstitute einzudringen. Allerdings handelten sie im Auftrag des Verbrauchermagazins "ARD-Ratgeber: Technik".

hon DÜSSELDORF. Die Sicherheit der Buchungssysteme hat sich dabei nach Angaben des NDR erneut als überaus dürftig erwiesen. Die Ratgeber-Redaktion des NDR konnte nachweisen, dass Gauner sich mit dem Geld von Kunden der Banken als Multimillionäre hätten absetzen können, ohne erwischt zu werden.

Die Angriffe wurden von der thüringischen Sicherheitsfirma mns Multimedia Network Systems um den Hacker Thomas Vosseberg ausgeführt, der bereits im vergangenen September im Auftrag der ARD gegen die HypoVereinsbank aktiv geworden war. Damals hatte Vosseberg eine Schwachstelle in einem Microsoft-Webserver ausgenutzt und konnte so nach Angaben des NDR weit über eine Million Online-Bankbuchungen einsehen - einschließlich PINs der Kunden - und die Daten stehlen.

Hypo-Vereinsbank-Sprecherin Cornelia Klaila sagt: "Es waren allerhöchstens um die hundertausend Buchungen, die eingesehen werden konnten." Außerdem hätten die Hacker damals zwar Kundendaten sehen, aber keine Transaktionen durchführen können. Das ganze sei zudem auf der alten Plattform gewesen, die zum Zeitpunkt der Ausstrahlung der Sendung schon nicht mehr online gewesen sei. Von dem neuen Hack-Versuch des NDR sei die Hypo-Vereinsbank nicht betroffen.

Dafür sind dem NDR nach eigenen Angaben nun bei Sparkassen Einbrüche gelungen, wobei sich die Hacker sogar Zugang zu den Passwörtern von Administratoren eines der Institute verschafft haben sollen. Damit hätte man die Homebanking-Anfragen auf ein gefälschtes Web-Angebot umleiten und somit sensible Daten wie Kontonummern, Passwörter und Transaktionsnummern abfangen können. Jede beliebige Transaktion wäre so möglich gewesen, so das Fernsehmagazin. Um welche Sparkasse es sich handelt, wollte der NDR nicht vorab sagen.

Auf Anfrage beim Deutschen Sparkassen und Giroverband erklärte dessen Pressereferentin Michaela Roth, dass Kunden der Sparkassen nach wie vor beruhig Homebanking nutzen. "Das Pin/Tan Verfahren ist seit mittlerweile 20 Jahren im Einsatz. In der gesamten Zeit sind in Verbindung mit diesem System keinerlei reale Schäden aufgetreten", erläuterte Michaela Roth.

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