Im August noch 76 500 offene Stellen gemeldet
Keiner will mehr Brötchen backen

Den Handwerksbetrieben in den alten Bundesländern droht nach Aussage von Verbandspräsident Dieter Philipp ein akuter Lehrlingsmangel.

dpa BERLIN. Bis Ende August seien nur 134 117 neue Lehrverträge im Handwerk registriert worden, 4,1 % weniger als im Vorjahr, sagte Philipp der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag).

Dabei litten insbesondere die Kammern in Baden-Württemberg und Bayern unter Bewerbermangel. Philipp: "Einige Kammern in Süddeutschland melden mehr als 1000 noch unbesetzte Stellen." Vor allem Nahrungsmittelberufe wie Bäcker, Konditor und Fleischer hätten Probleme, Jugendliche zu finden. Aber auch Berufe mit anspruchsvollen Ausbildungen, wie das Metallhandwerk, plagten Nachwuchssorgen.

"Wir brauchen dringend qualifizierten Nachwuchs, sonst fehlen uns morgen die Fachkräfte und Unternehmer im Handwerk." Einwanderung allein könne keine Perspektive sein. Abiturienten und Realschüler seien besonders gefragt, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Nach einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist derzeit jeder fünfte Lehrling (20,7 %) in einem Nahrungsmittelberuf (Bäcker, Fleischer, Koch) nach der Prüfung zunächst arbeitslos. Nur 63,7 % der fertigen Gesellen üben anschließend auch den erlernten Beruf aus.

Zur insgesamt rückläufigen Zahl der Lehrverträge sagte Philipp: "Der Grund für den Rückgang der Zahl der Lehrverträge in den alten Bundesländern ist Bewerbermangel, während im Osten die schwierige Wirtschaftslage die Ursache ist."

Ende August waren bundesweit noch immer 135 240 Jugendliche bei den Arbeitsämtern auf Lehrstellensuche. Gleichzeitig hatten die Betriebe noch 76 500 offene Stellen gemeldet. Arbeitsmarkexperten hatten darauf hingewiesen, dass sich die Lage vor allem im Süden der alten Bundesländer entspannt habe, während in den neuen Ländern, im Ruhrgebiet und teilweise an der Küste noch Lehrstellen fehlten. Die Bundesanstalt für Arbeit wird in der kommenden Woche die Jahres-Ausbildungsstellenbilanz zum gesetzlichen Stichtag 30. September vorlegen.

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