Im Bergtrikot zur zweiten Etappe
Jan Ullrich meldet sich zurück

Jan Ullrich hat sich bei der ersten Etappe der Deutschland-Rundfahrt eindrucksvoll zurückgemeldet. Sein Auftritt und sein zweiter Platz im Einzelzeitfahren in Karlsruhe ließen seine Kritiker verstummen. Die Tour-Aktien des Kapitäns des Teams T-Mobile des Olympiasiegers sind nach diesem Auftritt wieder deutlich gestiegen

HB KARLSRUHE. Die Hausaufgaben für die in knapp fünf Wochen beginnende Tour de France hat der oft gescholtene Olympiasieger in den eigenen vier Wänden gemacht. "Beim Umzug vor zwei Jahren in die Schweiz habe ich mir in mein Haus eine Höhenkammer einbauen lassen", offenbarte der T-Mobile-Kapitän, der sein zweites Rennen nach fünfwöchiger Trainings-Phase am Montag mit nur 24 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger Michael Rich (Emmendingen) beendete. Der Profi des Gerolsteiner-Teams gewann das Zeitfahren über 23,7 km in 27:20 Minuten.

Durch sein überraschend gutes Abschneiden ist Ullrich jetzt sogar ein Kandidat für den Gesamtsieg der Rundfahrt, die am kommenden Sonntag in Leipzig endet. Am Samstag in Erfurt hatte er nach langer Renn-Abstinenz mit Rang fünf schon aufhorchen lassen. "Die Form geht nach oben. Die schlechten Pfunde sind geschmolzen, die guten sind geblieben", beschrieb sich Ullrich in Karlsruhe, wo nach Veranstalter-Angaben rund 250 000 Zuschauer am Straßenrand standen. "Es lief heute viel besser bei mir als erwartet. Ich bin auf dem richtigen Weg", sagte Ullrich am Montag, der auf der 2. Etappe das Bergtrikot tragen wird, weil er am höchsten Punkt der flachen Zeitfahrstrecke die Bestzeit hatte. Da war er auch zu Scherzen aufgelegt: "Schön, dass ich mit 120 Kilo mal ein Bergtrikot habe."

Beim Flèche Wallonne vor fünf Wochen war er nach 100 km schnaufend vom Rad gestiegen. Eddy Merckx ("zu dick") und andere mäkelten heftig an seinem Zustand. Ullrich im Rückblick: "Da wurde viel übertrieben. An meiner Tür in Scherzigen klingelten Fans und schienen sich zu wundern, dass ich noch durch den Türrahmen passe." Zwei Erkältungen im Januar und Februar und viel "Herumgereiche bei Ehrungen" hätten ihn zum Jahresbeginn in der Vorbereitung auf seinen zweiten Toursieg nach 1997 zurückgeworfen. Jetzt scheint aber alles wieder im Lot: "Wenn die Sonne höher steigt, läuft mein Motor langsam warm. Die Pause habe ich auch für den Kopf gebraucht."

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