Im Euro Stoxx 50 bereits vertreten
BASF: Guten Chancen für Stoxx-50-Aufstieg

Der deutsche Chemiekonzern hat bei der Anfang nächster Woche anstehenden jährlichen Überprüfung der europäischen Stoxx-Indizes Analysten zufolge gute Chancen auf einen Aufstieg. Außenseiterchancen habe zudem der Münchener Autohersteller BMW.

Reuters FRANKFURT. "Die Wahrscheinlichkeit für einen BASF-Aufstieg liegt bei 50 Prozent", sagte Index-Experte Stephan Appelhans von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Derzeit liege der Chemiekonzern auf dem 44. Rang seiner Szenario-Rangliste und damit in der Nähe der direkten Qualifikation für den Stoxx 50, der die wichtigsten europäischen Börsenwerte zusammenfasst. Im Euro Stoxx 50, der die größten Aktien des Euro-Raums vereinigt und Branchenkennern zufolge mit einem Fondsvolumen von rund 50 Milliarden Euro nachgebildet wird, habe BMW Außenseiterchancen auf einen Aufstieg, sagte Fondsmanager Carsten Hilck von Union Investment.

Aktueller Börsenwert entscheidet über Index-Zusammensetzung

Die jährliche Überprüfung der beiden Indizes wird auf Grundlage der Schlusskurse am Freitag, dem letzten Handelstag im August, erfolgen und am kommenden Montag zu einer Entscheidung des zuständigen Gremiums beim Index-Anbieter Stoxx führen. In Kraft treten mögliche Veränderungen dann am 23. September.

Das entscheidende Kriterium für eine Aufnahme beziehungsweise für einen Ausschluss aus den Indizes ist die Marktkapitalisierung der Unternehmen. Dabei wird aber lediglich die Marktkapitalisierung aller sich in Streubesitz befindlichen Aktien berücksichtigt. Unternehmen, die nach ihrem Börsenwert zu den 40 größten Firmen zählen, steigen direkt auf.

Gesellschaften, die nicht mehr zu den 60 Größten gehören, fallen direkt heraus. Sollte die Anzahl der Auf- und Absteiger nicht übereinstimmen, wird im Bereich der Plätze 41 bis 60 für den entsprechenden Ausgleich gesorgt.

Börsianer: Qualifikation wäre Imagegewinn für BASF

"Im Stoxx 50 ist ein Austausch von vier Unternehmen zu erwarten", sagte der Aktienstratege Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank. "BASF zählt zu den heißen Aufstiegskandidaten." Aus dem Index dürften nach derzeitigem Stand mit großer Sicherheit Alcatel und Zurich Financial Services herausfallen. Akut von einer Herausnahme seien auch Ericsson und Vivendi bedroht. Als direkte Aufsteiger handeln Analysten die britischen Unternehmen HBOS und Tesco. "BASF kann sich nach derzeitigem Stand zwar nicht direkt qualifizieren, ist aber im Bereich der möglichen Nachrücker auf der Pole-Position", sagte Appelhans. Analysten werteten die Aussichten auf eine Stoxx-Aufnahme für BASF positiv, erwarten aber keine massiven Kurszuwächse. "Das ist positiv, weil sich dann mehr Fondsmanager auf den Wert fixieren", sagte Analyst Michael Butscher von der Bayerischen Landesbank. "Meine Bewertung wird dadurch aber nicht beeinflusst." Fondsmanager Hilck ergänzte, BASF würde deutlich mehr im Fokus stehen, was einem Imagegewinn gleichkäme. BASF ist bereits im Euro Stoxx 50 vertreten.

BMW mit Außenseiterchancen für Euro Stoxx 50-Aufnahme

"BMW hat durchaus noch Chancen, die Abstände sind relativ knapp", sagte Appelhans mit Blick auf den Euro Stoxx 50. Nach den Berechnungen verschiedener Experten hat derzeit der weltgrößte Baustoffhersteller Lafarge die größten Chancen für eine Aufnahme in den Euro Stoxx 50. Dafür werde vermutlich Pinault-Printemps-Redoute aus dem Index fallen. Sollte Lafarge den Sprung in den Index verpassen oder es wegen eines Ausschlusses von Alcatel zu zwei Veränderungen kommen, käme derzeit die Allied Irish Banks und dann BMW in Betracht, sagte Hypo-Vereinsbank-Experte Stocker.

Im Euro Stoxx 50 sind bereits zwölf deutsche Unternehmen aus dem Dax vertreten. Im Stoxx 50 sind schon acht deutsche Dax-Papiere repräsentiert.

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