Im europäischen Handel
Euro über 0,85 $ behauptet

Der Euro hat sich am Montag im europäischen Handel von seinem Sechs-Monats-Tief in der Vorwoche erholt und bei Kursen über 0,85 $ stabilisiert. Zuvor hatte der japanische Vize-Finanzminister Haruhiko Kuroda die anhaltende Schwäche des Euro gegen $ und Yen als unangemessen bezeichnet.

rtr FRANKFURT. "Dieser Trend kann sich schließlich wenden, davor aber könnte es in und außerhalb der Volkswirtschaften der Euro-Zone noch verschiedene Probleme geben", sagte Kuroda. Händlern zufolge haben zudem Äußerungen von Bundesbank-Präsident Ernst Welteke wieder Spekulationen über mögliche Interventionen der Europäischen Zentralbank zur Stützung der Gemeinschaftswährung angeregt. Das Treffen der fünfzehn Finanzminister der Euro-Gruppe in Luxemburg am heutigen Montag werde der Markt deshalb in Bezug auf Äußerungen zur Gemeinschaftswährung sehr sorgfältig beobachten.

Gegen 11.25 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,8514/19 $ nach einer letzten Notiz von 0,8479/84 $ am Freitag in New York. Zum Yen wurde die Gemeinschaftswährung mit 101,73/81 Yen gehandelt. Die US-Valuta notierte mit 119,50/55 (119,19/26) Yen. Der Euro war am Freitag auf Kurse um 0,8430 $ gesunken und damit so tief wie seit dem 27. November 2000 nicht mehr. Sein bisheriges Allzeittief markierte der Euro im Oktober 2000 bei Kursen um 0,8225 $.

Händlern zufolge überraschten die besorgten Äußerungen Kurodas zur anhaltenden Schwäche des Euro gegen Dollar und Yen die Marktteilnehmer. Viele von ihnen glaubten, einen schärferen Ton gehört zu haben als bisher, und hätten Euro zurückgekauft. "Der Markt ist alarmiert hinsichtlich der Möglichkeit von Interventionen und hat die Äußerungen zur Kenntnis genommen", sagte Neil MacKinnon vom Brokerhaus Merrill Lynch in London. Kuroda hatte gesagt: "Die Kursbewegungen des Euro sind angesichts der Fundamentaldaten der Euro-Zone nicht angemessen." Er hatte dazu aufgefordert, die Kursbewegungen sehr sorgfältig zu beobachten.

Weltekes Äußerungen lassen aufhorchen

Bereits die Äußerungen Weltekes im Rundfunk am Samstag hätten die Anleger aufhorchen lassen, hieß es. Welteke hatte erneut auf die Möglichkeit von Interventionen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hingewiesen. In dem Interview mit dem Info-Radio Berlin-Brandenburg gesagt: "Im europäischen System der Zentralbanken verfügen wir über erhebliche Reserven und können mit diesen Reserven auch intervenieren, wenn wir es denn für angebracht und Erfolg versprechend hielten." Welteke hatte hinzugefügt: "Wir Notenbanker sollten immer darauf hinweisen, dass Interventionen zum Instrumentarium gehören, aber nicht darüber reden."

Skeptisch zeigten sich die Investoren, ob die USA Stützungskäufe zu Gunsten des Euro mittragen würden, zumal EZB-Präsident Wim Duisenberg und andere EZB-Vertreter erst in der vergangenen Woche gesagt hatten, die Euro-Schwäche stelle keine Gefahr für die Preisentwicklung in der Euro-Zone dar. Bei einer internationalen Währungskonferenz in Singapur bekräftigte Duisenberg am Montag lediglich seine Auffassung, der Euro habe Aufwertungspotenzial.

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