Im Fall Carlos Prats
Pinochet-Verteidigung fordert neues Ärzte-Gutachten

afp BUENOS AIRES. Die argentinische Verteidigerin von Augusto Pinochets hat eine neue medizinische Untersuchung des ehemaligen chilenischen Gewaltherrschers gefordert. Bevor der 85-Jährige zum Mord an dem chilenischen General Carlos Prats in Argentinien aussage, müsse ein neues Gutachten erstellt werden, teilte Anwältin Silvia Otero Rella am Montag in Buenos Aires mit. Medienberichten zufolge verschlechterte sich der Gesundheitszustand Pinchets in jüngster Zeit.

Die argentinische Justiz hatte die Auslieferung Pinochets gefordert. Sie verdächtigt den Ex-Diktator, in die Ermordung von Prats und seiner Frau Sofia Cuthbert 1974 in Argentinien verwickelt zu sein. Die beiden waren damals bei einem Bombenanschlag getötet worden. Prats war vor Pinochets Staatsstreich Oberbefehlshaber der chilenischen Streitkräfte. Die chilenische Justiz weigerte sich jedoch bislang, dem Auslieferungsantrag stattzugeben. In Chile sind gegen Pinochet mehr als 250 Klagen anhängig. Unter seiner Herrschaft von 1973 bis 1990 wurden amtlichen Angaben zufolge mehr als 3 000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos.

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