Im Falle eines Förderausfalls
DIW: Ölpreis steigt bei Irak-Krieg nur kurz

Ein Ausfall der irakischen Ölförderung in Folge eines Krieges wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht zu einem dauerhaften Anstieg des Ölpreises führen. Selbst wenn die Ölproduktion des Irak bis 2005 völlig ausfallen würde, könnten andere ölfördernde Länder dies ausgleichen, schreiben die DIW-Experten in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht.

Reuters BERLIN. Kurzfristig würden die Kriegsfolgen allerdings den Preis in die Höhe treiben: "Ein Ausfall der Ölfördermenge im Irak dürfte - vor allem wegen der derzeit geringen kommerziellen Lagerbestände in den USA - einen Preisschub auslösen." Eine friedliche Beilegung des Irak-Konflikts könnte dagegen dem DIW zufolge schnell den Ölpreis dämpfen.

Dem DIW zufolge trug der Irak im vergangenen Jahr mit zwei Mill. Barrel (ein Barrel = 159 Liter) pro Tag rund 2,5 % zur Weltölgewinnung bei. 1989 hatte das Land noch 2,8 Mill. Barrel pro Tag gefördert, die Menge brach dann aber 1991 - dem Jahr des Golf-Krieges - auf 0,2 Mill. Barrel pro Tag ein. Ende 1996 wurde dem Irak erlaubt, in begrenztem Umfang Öl zur Finanzierung von Lebensmittel- und Medikamentenimporten zu exportieren. Das Land hat nach Schätzung internationaler Organisationen nach Saudi-Arabien die zweitgrößten bekannten Erdölreserven der Welt. Der Irak-Konflikt hat den Ölpreis in den vergangenen Monaten kräftig steigen lassen. Am Mittwoch kostete ein Barrel der führenden Nordsee-Ölsorte Brent um 33,6 Dollar.

Das DIW erwartet, dass im Sommer der Ölpreis auch aus saisonalen Gründen wieder deutlich fallen wird, sofern es nicht zu Beschädigungen der Produktionskapazitäten im Irak kommt. Sollten die Sanktionen gegen den Irak aufgehoben werden, gehen die DIW-Experten davon aus, dass bis 2005 die in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) - einschließlich Irak - möglichen Produktionssteigerungen die wahrscheinliche Nachfrage nach OPEC-Öl übersteigen werden. Trotz der dann zu erwartenden schwierigen Diskussion um eine Aufteilung der OPEC-Produktionsquoten werde die OPEC einen längeren Preisverfall unter den Preiskorridor von 22 bis 28 Dollar je Barrel vermeiden können, schreiben die DIW-Experten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%