Im Finale ist Kroatien der Gegner
Deutschen Handballer vor großem Wurf

Durch einen Triumph über Weltmeister Frankreich ist der größte Erfolg für den deutschen Männer-Handball seit dem Olympiasieg der DDR 1980 perfekt.

HB/dpa LISSABON. In einem dramatischen Halbfinale entthronte die Nationalmannschaft am Samstag in Lissabon den Titelverteidiger mit 23:22 (11:10) und steht erstmals seit dem Titelgewinn 1978 im Endspiel einer Weltmeisterschaft. Im Finale am Sonntag gegen den Sieger aus der Partie Kroatien gegen Spanien können sich die deutschen Spieler den Traum von der Goldmedaille erfüllen.

"Wir haben heute Sensationelles geleistet und werden auch morgen im Finale nochmal alles geben", versprach Bundestrainer Heiner Brand nach dem Handball-Krimi. Allerdings habe die Partie "viel Kraft gekostet, und einige Leistungsträger sind angeschlagen". Ein Sonderlob erhielt Torhüter Henning Fritz. Brand: "Er war sicher ein großer Garant des Sieges." Der Keeper vom THW Kiel war nach dem Zittersieg gegen den Angstgegner überglücklich: "Unglaublich - uns ist eine Last von den Schultern gefallen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir das morgen im Finale genau so zeigen."

Angetrieben von den deutschen Schlachtenbummlern im mit rund 6000 Zuschauer besetzten Pavilhao Atlantico behielt die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der spannenden zweiten Halbzeit die Nerven. Pascal Hens (Wallau-Massenheim/6) war bester Torschütze für das Brand-Team. Den entscheidenden Treffer erzielte Christian Zeitz (Kronau/Östringen) eine Minute vor dem Ende zum 23:21. Anschließend tanzten die deutschen Spieler ausgelassen auf dem Spielfeld und feierten den Erfolg mit ihren Fans.

Nach nervösem Beginn und einem 1:3-Rückstand (6.) fand die deutsche Mannschaft nur langsam ins Spiel. Gegen die sehr agile 5:1- Abwehr des Weltmeisters tat sich der EM-Zweite schwer. Zudem mussten Linksaußen Stefan Kretzschmar (Magdeburg) nach einem rüden Foul und Rückraumspieler Volker Zerbe (Lemgo) wegen einer Verletzung im rechten Oberschenkel lange behandelt werden. Während Kretzschmar wieder auf das Spielfeld zurückkehren konnte, musste Zerbe den Rest der Partie von der Bank aus verfolgen.

Torhüter Henning erwies sich als großer Rückhalt

Doch der bei der WM in großartiger Verfassung spielende Henning Fritz erwies sich mit zahlreichen tollen Paraden als großer Rückhalt. Mit Kampfgeist drehte die DHB-Auswahl einen 3:4-Rückstand (10.) in eine 5:4-Führung (15.). Kretzschmar erhöhte den Vorsprung auf 8:6 (20.) und Kreisläufer Christian Schwarzer sorgte beim 11:7 (25.) für eine Vier-Tore-Führung. Allerdings büßte die deutsche Mannschaft diesen Vorteil durch eine schwache Chancenverwertung und technische Fehler bis zum 11:10-Pausenstand fast wieder ein.

Den zweiten Durchgang eröffnete Christian Zeitz (Kronau/Östringen) mit seinem dritten Fehlversuch beim Torwurf und dem Ballverlust seiner Mannschaft. Durch die Schwäche beim Abschluss erzielten die deutschen Spieler zehn Minuten keinen Treffer und kamen erst beim 12:13 (29.) durch Pascal Hens (Wallau-Massenheim) wieder zum Torerfolg. Insgesamt aber agierte das von Kapitän Markus Baur (Lemgo) geführte Team im Angriff zu einfallslos und durchsichtig, um die Franzosen mit dem guten Torhüter Thierry Omeyer in Bedrängnis bringen zu können.

Beim Stand von 12:16 (44.) reagierte Brand auf die drohende Niederlage mit einer Auszeit und forderte seine Schützlinge wieder zu mehr Konzentration auf. Das schien die Spieler aufzurütteln. Die DHB-Auswahl startete ihre von Hens und Zeitz initiierte furiose Aufholjagd zum 16:16 (48.). Der Lemgoer Florian Kehrmann sorgte mit dem 18:17 (51.) für die erste Führung im zweiten Abschnitt.

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