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Im Flüchtlingsdrama der «Cap Anamur» bahnt sich Lösung anDPA-Datum: 2004-07-11 17:08:40

Porto Empedocle/Köln (dpa) - Im Flüchtlingsdrama des deutschen Rettungsschiffes «Cap Anamur» mit 37 Afrikanern an Bord bahnt sich eine Lösung an. Das Schiff konnte am Sonntag in italienische Gewässer einlaufen, wurde allerdings von der Küstenwache 200 Meter vor dem sizilianischen Hafen Porto Empedocle am Einlaufen gehindert. Der italienische Regionalpräsident kündigte an, zunächst sollten Ärzte an Bord und die Flüchtlinge aus dem Sudan untersuchen. Der Chef der Hilfsorganisation, Elias Bierdel, sagte, es sei bereits ein Lotse an Bord gekommen.

Porto Empedocle/Köln (dpa) - Im Flüchtlingsdrama des deutschen Rettungsschiffes «Cap Anamur» mit 37 Afrikanern an Bord bahnt sich eine Lösung an. Das Schiff konnte am Sonntag in italienische Gewässer einlaufen, wurde allerdings von der Küstenwache 200 Meter vor dem sizilianischen Hafen Porto Empedocle am Einlaufen gehindert. Der italienische Regionalpräsident kündigte an, zunächst sollten Ärzte an Bord und die Flüchtlinge aus dem Sudan untersuchen. Der Chef der Hilfsorganisation, Elias Bierdel, sagte, es sei bereits ein Lotse an Bord gekommen.

Nach drei Wochen des Wartens fürchtete er aber, «dass die italienischen Behörden weiterhin mit den Flüchtlingen ihre Spiele machen». Das Schiff habe noch keine Genehmigung zum Einlaufen in den Hafen erhalten, berichtete er von Bord. Dagegen haben die Behörden laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa die Erlaubnis bereits erteilt. Kurz zuvor hatte sich die Lage zugespitzt: Der Kapitän Stefan Schmidt setzte einen Notruf ab, wonach die Lage auf dem Schiff außer Kontrolle zu geraten drohe. Die Sudanesen hätten gedroht, sich über Bord zu stürzen.

Die Afrikaner würden zunächst in einem Transitlager aufgenommen. Dann werde über ihr weiteres Schicksal entschieden, berichtete Ansa weiter. Nach Angaben der Kölner Hilfsorganisation hatten die Sudanesen bereits auf dem Schiff Asylantrag für einen Aufenthalt in Deutschland gestellt. Der Kapitän habe die handschriftlichen Asylanträge entgegen genommen. Sie sollen an das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Nürnberg übersandt werden.

Die italienische Regierung hatte sich wochenlang zuvor strikt geweigert, die Flüchtlinge aus der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur an Land zu lassen. Sie müssten in Malta von Bord, weil die «Cap Anamur» sie in der Nähe der Mittelmeerinsel aufgenommen habe. Dagegen sagte der Kapitän, man habe die Männer von einem Schlauchboot in der Region der italienischen Insel Lampedusa gerettet.

Der Kapitän hatte nach Angaben der Organisation folgenden Notruf abgesetzt: «Ich als Kapitän dieses Schiffes habe die Situation an Bord nicht mehr vollständig unter Kontrolle und bitte deshalb um die Erlaubnis, den Hafen Porto Empedocle noch heute anzulaufen». Sollte er keine Genehmigung erhalten, sehe er «keine andere Möglichkeit mehr, als den Hafen umgehend anzulaufen». Dies sei im Fall einer unmittelbaren Notlage durch internationale Gesetze erlaubt.

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