Im Geschäftsjahr 2001/02
Air France verbuchte offenbar Gewinn

Die Air France SA, Paris, wird voraussichtlich zu den wenigen europäischen Airlines gehören, die das Geschäftsjahr 2001/02 (31.März) mit einem Gewinn beenden wird.

vwd PARIS. Bezahlt mache sich in Krisenzeiten die starke Position im Heimatland, ein global ausbalanciertes, effizientes Netzwerk sowie Allianzen mit anderen Fluggesellschaften, schreibt das "Wall Street Journal Europe" (WSJE) in seiner Montagausgabe. Während die Verschuldung bei British Airways das Dreifache des Eigenkapitals betrage, sei es der französischen Airline gelungen, ihre Verbindlichkeiten auf 80 Prozent des Eigenkapitals zu begrenzen.

Profitiert hat Air France auch vom Elend der anderen, so das WSJE. So hätten die Franzosen die Marktanteile der in Konkurs gegangenen Swiss Air sowie der Regionalfluggesellschaften AOM/Air Liberte, der ehemaligen Töchter der zwischenzeitlich ausgeschiedenen Sabena, größtenteils übernommen. Die starke Position der ehemals staatlichen Fluggesellschaft sei auch durch die ausgefeilte Logistik ihrer zentralen Drehscheibe, dem Flughafen Charles de Gaulle, bedingt, so das WSJE. Denn dieser Airport weise noch hohe Kapazitäten auf und erlaube Air France deshalb, flexibel auf die Nachfrage zu reagieren.

So biete Air France zur Zeit von Charles de Gaulle aus fast doppelt so viele Flugverbindungen an wie ihr Hauptkonkurrent, die Deutsche Lufthansa AG, von deren Heimatflughafen Frankfurt aus. Über ihre Allianz mit Delta Air Lines Inc, Atlanta, die seit 1999 besteht, ist es Air France darüber hinaus gelungen, ihre Präsenz in den USA auszubauen. Die Sky Team Alliance - bestehend aus Air France, Delta, Alitalia sowie CSA Czech Airlines - hat im Januar laut WSJE trotz des US-Wettbewerbsrechts die Erlaubnis erhalten, ihre Preise, ihre Flugpläne sowie ihr Marketing zu koordinieren.

Nur ein Punkt stimme Experten bei der Beurteilung von Air France bedenklich, schreibt die Zeitung. Dies seien die hohen Arbeitskosten, deren Ursache in der Geschichte der Fluglinie begründet sei. Da die Airline 1994 durch eine 20-Mrd-FRF-Zahlung der französischen Regierung vor dem Konkurs gerettet wurde, sei damals aus politischen Gründen der Versuch unterblieben, die Arbeitskosten in den Griff zu bekommen. Starke Gewerkschaften sowie ein unflexibles Arbeitsrecht hätten diesen Zustand seitdem verfestigt.

Sollte der Umsatz bei Air France zurückgehen, so könne es auf Grund des hohen Breakeven sehr schnell zu Verlusten kommen, befürchten Experten deshalb. Dennoch ist der CEO und Chairman der Airline, Jean-Cyril Spinetti, laut WSJE der Ansicht, dass das Image von Air France schlechter sei als die wahre Situation der Fluggesellschaft. Deshalb sei die Aufbesserung der Außenwahrnehmung neben der Modernisierung der Flotte und der Ausweitung des Kundenservice eine seiner vornehmlichsten Aufgaben für die nahe Zukunft.

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