Im Handelsverlauf
Trüber EDS-Ausblick belastet US-Börsen

Nachdem der Dienstleister für Informationstechnologie seine Gewinnaussichten reduzierte, ging es an der Wall Street bergab. Zudem gibt es Hinweise auf eine schwächelnde Konjunktur.

rtr NEW YORK. Der deutlich reduzierte Gewinnausblick des weltweit zweitgrößten Dienstleisters für Informationstechnologie, Electronic Data Systems (EDS), hat an den US-Börsen am Donnerstag die Ängste der Anleger vor einer erneut schwachen Bilanzsaison verstärkt und die Kurse deutlich gedrückt. In diesen Sog gerieten auch die Titel des EDS-Konkurrenten IBM. Zusätzlich hätten schwache Daten zur Entwicklung der Hausbaubeginne und des Arbeitsmarktes in den USA auf die Stimmung der Anleger gedrückt, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index fiel im New Yorker Nachmittagshandel um 1,61 % auf 8040 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index um 1,95 % auf 1227 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index notierte 1,87 % schwächer bei 852 Punkten.

Die bisherigen Vorankündigungen der Unternehmen zum Quartalsverlauf hätten die Investoren überrascht, sagten Analysten. Anstelle der erhofften allmählichen Belebung deute sich nun offenbar eine weitere Abschwächung an. "Ich denke, dass das Ausmaß der EDS-Überraschung den Markt wirklich betäubt hat", sagte Tony Dwyer, Chef-Marktstratege bei Kirlin Securities.

EDS hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, das Unternehmen erwarte für das dritte Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,12 bis 0,15 Dollar. Früheren Schätzungen zufolge war EDS von einem Gewinn je Aktie von 0,74 Dollar ausgegangen. EDS-Aktien brachen im Verlauf um rund 49 % auf 18,75 Dollar ein und waren der größte Verlierer sowie der umsatzstärkste Wert an der New Yorker Börse. Die reduzierte EDS-Prognose zog Herabstufungen der Verbindlichkeiten sowie der Aktien des Unternehmens nach sich.

Die Titel des weltgrößten Computerkonzerns IBM gerieten in den Sog dieses düsteren Ausblicks und verloren rund 5,4 % auf 65,75 Dollar. Mehrere Investmentbanken hatten als Folge der EDS-Nachrichten ihre Prognosen für den IBM-Konzern reduziert, der zugleich Weltmarktführer bei Computerdienstleistungen ist. Lehman Brothers senkte das Kursziel für die Aktie des Dow-Wertes auf 80 bis 90 Dollar und revidierte zugleich die Gewinnschätzungen für 2002 und 2003.

Auch die Kurse anderer im Bereich Computerdienstleistungen tätigen Unternehmen wurden durch die EDS-Prognose belastet. Der Aktienkurs des weltweit drittgrößten Computerdienstleisters Computer Services Corp verlor rund 14,5 % auf 30,08 Dollar. Die Titel von Computerherstellern büßten ebenfalls deutlich ein. Der Kurs von Hewlett-Packard fiel um rund drei Prozent auf 12,99 Dollar, die Titel von Sun Microsystems um rund 6,2 % auf 2,82 Dollar.

Die Aktien der US-Investmentbank Morgan Stanley büßten rund neun Prozent auf 34,70 Dollar ein. Die Bank hatte für das dritte Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang um 17 % ausgewiesen.

Die Aktien der im Bereich Wohnungs- und Hausbau tätigen Unternehmen verloren am Donnerstag ebenfalls deutlich. Die Titel von D.R. Horton Inc gaben rund sieben Prozent auf 19,43 Dollar nach, und die Aktien von KB Home fielen rund fünf Prozent auf 47,80 Dollar. Das US-Handelsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Zahl der Wohnbaubeginne sei im August auf 1,609 Mill. Einheiten gesunken, verglichen mit revidiert 1,645 Mill. im Vormonat. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt für den Berichtsmonat aufs Jahr hochgerechnet 1,674 Mill. Einheiten vorausgesagt.

Zudem belastete Händlern zufolge die schwächer als erwartet ausgefallene Erholung am US-Arbeitsmarkt die Aktienmärkte. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe war in der vergangenen Woche auf 424 000 von revidiert 433 000 in der Vorwoche gesunken. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einen stärkeren Rückgang auf 414 000 Erstanträge gerechnet.

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