Im Handelsverlauf wieder im Minus
Wall Street: Gute Daten verhindern Schlimmeres

Die trüben Aussichten von AMD lasten auf den Technologiewerten an der Nasdaq. Durch einen Hoffnungsschimmer am Konjunkturhimmel blieben größere Verluste aber aus.

rtr NEW YORK. Der trübe Geschäftsausblick des Chipherstellers AMD hat am Donnerstag an den US-Börsen die Technologiewerte und den breiten Markt belastet. Die Standardwerte rutschten nach Gewinnen von rund zwei Prozent im Handelsverlauf ins Minus, wurden jedoch nach Händlerangaben von einigen überraschend positiven US-Konjunkturdaten vor größeren Verlusten bewahrt. Die Daten hätten jüngst aufgekommene Zweifel an der Erholung der US-Konjunktur wieder etwas gedämpft, sagten Händler.

Der Standardwerte-Index Dow Jones lag im New Yorker Nachmittagshandel rund 0,4 % im Minus bei 7721 Punkten, nachdem er kurz nach den Daten bereits über 7900 Zähler gestiegen war. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel 1,38 % auf 1171 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte rund ein Prozent niedriger auf 818 Zählern.

"Die Ergebnisse waren allgemein fürchterlich, und das hat einen Aufwärtsrend verhindert", sagte Burton Schlichter, Marktanalyst bei Lind-Waldock. "Solange diese Warnungen kommen, können wir mit keiner baldigen Erholung rechnen."

Nach der gesenkten Geschäftsprognose brachen die Aktien des Chip-Herstellers AMD um gut 28 % auf 3,85 Dollar ein. Der Hauptkonkurrent des Chipherstellers Intel hatte am Vorabend mitgeteilt, wegen des schwachen PC-Marktes würden die bisherigen Erwartungen für das abgelaufene Quartal voraussichtlich deutlich verfehlt. Die Nachricht belastete die Chipwerte weltweit. An den US-Börsen fiel die Intel-Aktie um rund zwei Prozent auf 13,99 Dollar. Der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange gab um rund 5,7 % auf 235 Zähler nach.

Die Finanzwerte gerieten nach Händlerangaben unter Druck, nachdem die Bank of New York am Vortag mitgeteilt hatte, der Gewinn im dritten Quartal werde nach Sonderbelastungen niedriger ausfallen als erwartet. Die Aktien des Unternehmens fielen um rund zehn Prozent auf 23,94 Dollar.

Dagegen legten DuPont-Aktien um rund zwei Prozent auf 38,07 Dollar zu. Der größte US-Chemiekonzern hatte seine Gewinnprognosen für das dritte Quartal um die Hälfte angehoben und dies mit geringer als erwarteten Steuerbelastungen begründet. Die Titel des Mobiltelefon- und Chipherstellers Motorola stiegen rund vier Prozent auf 10,57 Dollar. Der Finanzkonzern J.P. Morgan hatte die Bewertung der Aktien des Konzerns auf "overweight" von "neutral" angehoben und dies mit starken Auslieferungzahlen von Mobiltelefonen sowie operativen Verbesserungen im Chipbereich begründet.

Trotz der positiven Konjunkturdaten seien viele Anleger noch immer skeptisch, ob die Konjunkturerholung an Fahrt gewinne, sagten Börsianer. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg im September auf 53,9 Punkte von 50,9 Punkten im August. Analysten hatten im Schnitt nur mit 51,4 Punkten gerechnet. Ein Wert über 50 Zählern signalisiert eine wachsende Geschäftstätigkeit. "Die Daten zeigen, dass sich die Lage im September etwas verbessert hat. Das ist eine Erleichterung, da es deutlich schlechter hätte laufen können", sagte Ian Morris von HSBC Securities.

Auch die Daten zum Auftragseingang in der US-Industrie fielen besser als erwartet aus. Das Volumen der eingegangenen Bestellungen lag zwar im August zum Vormonat unverändert bei 326,63 Mrd. Dollar, aber Analysten hatten einen Rückgang um 0,5 % vorausgesagt.

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