IM Internationalmedia macht dramatischen Vortagesverlust teilweise wieder gut
Nemax schlittert an 1 000-Punkte-Marke entlang

Die oftmals unterschrittene und noch viel öfter geschliffene Index-Marke von 1 000 Punkten scheint ihre Magie für die Anleger verloren zu haben. Am Donnerstag rutschten die Indizes zeitweise unbekümmert unter diese Linie, aus dem Handel gingen sie jedoch leicht darüber.

FRANKFURT/M. Die Launen des Neuen Marktes sind kurzlebig. Das gilt nicht nur in den Phasen der Übertreibung, sondern gerade auch in der Seitwärtsbewegung. Wie eine Nussschale im Ozean hin- und hergeworfen wird etwa seit Tagen die Aktie der Münchener IM Internationalmedia AG. Nachdem die lange als letzte Bastion des Mediensektors am Neuen Markt geltende Firma eingeräumt hatte, dass auch sie ihre vollmundigen Versprechen für 2001 nicht wahr machte, ging es auch an der Börse steil bergab. Am Donnerstag wartete IM nun mit einem positiven Ausblick auf - und schon scheint der Kummer vergessen. Plötzlich rückt die äußerst stabile Liquiditätssituation des Unternehmens wieder in das Zentrum der selektiven Wahrnehmung. Folge: Der Aktienkurs klettert um 21,14 % auf 7,45 Euro und ist damit nahezu wieder auf dem Niveau vor dem großen Kahlschlag in der Wochenmitte.

Nicht nur das Spiel "Wir nehmen unseren einstigen Vorzeigewert auseinander" ist beliebt am Wachstumssegment. Auch mit anderen Tabus wird gerne gebrochen. Gestern war der Respekt vor der 1 000-Punkte-Marke an der Reihe, die der Index bereits am Vortag auf dem Weg nach Unten hinter sich gelassen hatte. Als ob nichts gewesen wäre, kletterte das Kursbarometer am Donnerstag zu Handelsbeginn zwar wieder über die magische Marke. Als dann aber die New Yorker Technologiebörse Nasdaq im Minus eröffnete, rutschten sie zeitweise wieder deutlich darunter. Aus dem Handel gingen sie jedoch wieder um Haaresbreite im vierstelligen Bereich: Der Nemax 50 kletterte um 0,29 % auf 1 012 Zähler. Der Nemax All Share stieg sogar um 0,52 % - aber bloß auf 1 010 Zähler. Derart wenig Widerstandskraft bei nur minimalen Ausschlägen entzieht zum einen den Marktschreibern in den Redaktionen einen beliebten Orientierungspunkt. Zum anderen lässt sie aber auch den Schluss zu, dass das Prädikat "Neuer Markt" bei den Anlegern derzeit einfach nicht mehr zieht. Investiert wird in Einzelwerte, die überzeugen - ob sich der Index nun im drei- oder im vierstelligen Bereich bewegt.

Zu den überzeugenden Werten wurde am Donnerstag auch der Penny Stock Lycos Europe gezählt. Nach dem das zum Bertelsmann gehörende Internetportal neue Stellenstreichungen ankündigt hatte, legte seine Aktie bei hohen Umsätzen um 10 % auf 75 Cent zu. Auch der Werbefilm-Produzent Neue Sentimental Film konnte mit einem Kursplus aufwarten: Die Aktie verteuerte sich dank der Ankündigung eines positiven Ergebnisses im Jahr 2002 um mehr als 16,5 % auf 2,68 Euro. Auf der Verliererseite stachen der Pleitekandidat Carrier 1 (-34 % auf 0,25 Euro) und der Kabelnetzbetreiber Primacom (-12,36 % auf 1,56 Euro) ins Auge. Beide Titel verschwinden am Montag aus dem Nemax 50 und sind spätestens dann für viele Fonds einfach nicht mehr interessant.

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