Im Jahr 2000 weniger neue Aufträge als im Vorjahr
Ifo: Softwarewirtschaft hat Konjunktur-Höhepunkt überschritten

Der Software- und Datenverarbeitungs-Dienstleistungsmarkt hat den Konjunktur-Höhepunkt vorerst überschritten. Nachdem im vierten Quartal 2000 das Geschäftsklima nachgab, habe sich der verhaltene Jahresauftakt 2001 bis zuletzt fortgesetzt, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) am Montag in München mit.

ddp/vwd MÜNCHEN. Die Einschätzung der ifo-Fachleute basiert auf eine Befragung von 256 deutschen Unternehmen der Branche im Januar und Februar dieses Jahres.

Im ersten Quartal 2001 werde sich das Umsatzwachstum zwar "fühlbar abschwächen", betonten die Experten. Dennoch erwarte jedes dritte Unternehmen ein Umsatzplus. Dagegen gingen im vorherigen Vierteljahr noch fast 60 Prozent von einem Umsatzanstieg aus. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die ifo-Fachleute nach dem verlangsamten Umsatzwachstum 2000 wieder mit einer Beschleunigung und erwarten eine Umsatzsteigerung von rund neun Prozent. Für 2001 spreche zwar die Mehrheit der Unternehmen noch immer von einem guten Geschäftsverlauf, die Urteile lägen jedoch mittlerweile 14 Prozentpunkte unter dem Spitzenwert von 1999, hieß es.

Im vierten Quartal 2000 schätzten dem ifo-Bericht zufolge über die Hälfte der Unternehmen ihre Lage als günstig, 39 Prozent als befriedigend und sechs Prozent als schlecht ein. Von den kleineren DV-Dienstleistern stuft nach wie vor jedes zehnte Unternehmen die Geschäftslage negativ ein.

Jahresendspurt blieb aus

Die Nachfrage nach Softwareprodukten und informationstechnischen Dienstleistungen war der Befragung zufolge in Deutschland im vierten Quartal 2000 noch recht lebhaft. Der sonst übliche Jahresendspurt sei aber ausgeblieben. Die Auftragseingänge zogen in der zweiten Jahreshälfte etwas an. Allerdings seien 2000 insgesamt weniger neue Aufträge eingegangen als ein Jahr zuvor. Wenngleich die Vorjahresumsätze übertroffen wurden, sei "eine Verlangsamung der Umsatzentwicklung aber unverkennbar", hieß es. Während im vierten Quartal 2000 nur noch 27 Prozent der befragten Unternehmen höhere Umsätze meldete, waren es im Vergleichsquartal 1999 noch über 50 Prozent.

Der Arbeitsmarkt der Branche sei im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar "außerordentlich aufnahmefähig", jedoch dürfte sich das Beschäftigungswachstum nach Einschätzung der Fachleute von Quartal zu Quartal verlangsamt haben. Demnach habe rund jedes fünfte Unternehmen von Oktober bis Dezember 2000 Personal eingestellt. Die Beschäftigung habe jedoch allenfalls um zwei Prozent zugenommen, gegenüber noch drei Prozent im Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber erklären der Erhebung zufolge noch immer 46 Prozent der Unternehmen Geschäftseinbußen mit fehlenden Fachkräften.

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