„Im Januar wieder Skifahren“
„Wilde Hilde" will Comeback in 32 Tagen

Hilde Gerg hat den Schock ihrer Verletzung erstaunlich gut verkraftet und will schon in 32 Tagen wieder in den Weltcup zurückkehren. "Ich glaube schon, dass ich im Januar wieder fahren kann. Die Frage ist nur, wie schnell und ob es auch für einen Platz unter den ersten Zehn reichen wird", sagte die 27-Jährige bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Traunreut.

HB/dpa TRAUNREUT. Dort arbeitet die Lenggrieserin nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie ab sofort mehrere Stunden täglich in einem Rehabilitationszentrum an ihrem Comeback. Großes Ziel der Slalom-Olympiasiegerin von 1998 ist die alpine Ski-Weltmeisterschaft vom 2. bis 16. Februar in St. Moritz.

Die Abfahrt in Innsbruck am 11. Januar 2003 hat sich Hilde Gerg als erstes Ziel gesetzt. Sollte sie dort und eine Woche später bei den Speed-Rennen von Cortina d'Ampezzo nicht schmerzfrei fahren können, muss die 16-fache Weltcupsiegerin die Saison abhaken. "Es macht nur Sinn, wenn ich auch vorne mitfahren kann. Für Platz 20 komme ich nicht zurück", sagte Hilde Gerg, die nach eigenem Bekunden kaum Schmerzen hat. Mit zwei Saisonsiegen in Abfahrt und Super-G war sie hervorragend in den Winter gestartet.

Die bei der Abfahrt im kanadischen Lake Louise am Samstag erlittene Blessur hat nun sogar die gesamte Karrierplanung durcheinander gewirbelt. Sollte das Blitz-Comeback nicht gelingen, will die einst als "Wilde Hilde" in die Weltspitze gefahrene Athletin den für das Saisonende ins Auge gefassten Rücktritt noch einmal überdenken. "Das ist die Frage, die ich im Moment nicht beantworten kann. Ich muss sehen wie es im Januar aussieht", sagte sie.

Gut möglich, dass Hilde Gerg jetzt sogar bis zur WM 2005 in Bormio weiter dabei sein wird. "Nur für einen Winter macht man den ganzen Aufwand nicht." Obwohl eine Operation momentan nicht notwendig ist, muss die Super-G-Weltcupsiegerin sich wahrscheinlich spätestens im Frühjahr einem Eingriff unterziehen.

Auch die Mediziner machen Hilde Gerg Mut für eine schnelle Rückkehr. "Ihre Muskulatur ist so gut, dass sie die Voraussetzungen hat", sagte Jürgen Winter, Orthopäde in der Traunreuter Klinik. Letztlich hatte die WM-Dritte von 2001 im Super-G noch Glück im Unglück, da "nur" das Kreuzband und nicht noch Meniskus und weitere Bänder beschädigt wurden.

Mit erfolgreichen Comebacks nach schweren Verletzungen hatten die Damen im Deutschen Skiverband (DSV) zuletzt schon geglänzt. Hilde Gerg fuhr bei der WM 2001 ein Jahr nach ihrem Beinbruch zu Bronze im Super-G. Kollegin Martina Ertl holte sich in St. Anton wenige Wochen nach einem Bänderriss sogar den WM-Titel in der Kombination.

Auch bei den gebeutelten DSV-Herren gibt es aus der medizinischen Abteilung gute Nachrichten von Florian Eckert. "Er macht gute Fortschritte. Wir hoffen, dass er noch diesen Winter wieder mit dem Skifahren beginnen kann", sagte Cheftrainer Martin Oßwald am Montagabend in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Fernsehens. Der WM-Dritte in der Abfahrt fehlt nach seinem Trümmerbruch des Schienbeinkopfes seit November 2001.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%