Im Kandidatenkampf der Union klären sich die Fronten: NRW-CDU stellt sich hinter Merkel

Im Kandidatenkampf der Union klären sich die Fronten
NRW-CDU stellt sich hinter Merkel

Unmittelbar vor der Klausurtagung des CDU-Vorstands in Magdeburg spitzt sich in der Union der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur zu.

ran/HB KREUTH/DÜSSELDORF. Als Reaktion auf den Vorstoß der CSU für ihren Parteichef Edmund Stoiber im bayerischen Wildbad Kreuth stellte sich die Führung des mitgliederstärksten CDU-Verbandes Nordrhein- Westfalen am Mittwoch geschlossen hinter CDU-Chefin Angela Merkel. Andererseits sprachen sich die Saar-CDU und der Chef der schleswig- holsteinischen CDU, Johann Wadephul, klar für Stoiber aus.

Der Geschäftsführende NRW-Landesvorstand sprach sich in Düsseldorf in einem einstimmigen Beschluss für die Kandidatur der CDU-Chefin aus, weil mit ihr die Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl größer seien. Der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen Rüttgers, der auch Bundesvize seiner Partei ist, zeigte sich überzeugt, dass es in der gesamten CDU eine Mehrheit für Merkel gibt. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer wies in Berlin darauf hin, dass der Landesverband Nordrhein-Westfalen alleine größer sei als die CSU in Bayern. Das gelte auch für die Landesgruppen in der Bundestagsfraktion.

Die saarländische CDU mit Ministerpräsident Peter Müller an der Spitze sprach sich auf einer Klausurtagung in Tholey für den CSU-Chef aus. Auch in ihrem Heimat-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kann Merkel nicht mehr auf ungeteilten Rückhalt zählen. Dort wird zunehmend Unterstützung für Stoiber laut. Nach dem Bundestagsabgeordneten Werner Kuhn sprach sich auch die Junge Union Mecklenburg-Vorpommerns für den Bayern aus.

Der frühere CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble erwartet nicht, dass bei der am Freitag in Magdeburg beginnenden Klausurtagung seiner Partei eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union fällt. Schäuble, der von der CSU-Landesgruppe als Gast nach Wildbad Kreuth geladen war, sagte am Mittwoch, er halte die ursprüngliche Absprache nach wie vor für richtig, wonach CSU-Chef Edmund Stoiber und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel unter vier Augen einen gemeinsamen Vorschlag besprechen wollten. Dieser Vorschlag werde bald unterbreitet, dass hätten beide Parteichefs noch einmal bekräftigt. "Deswegen halte ich jede öffentliche Äußerung eher für falsch als für richtig."

Schäuble wies die Vermutung zurück, bei der Frage der Kanzlerkandidatur gehe es auch um die inhaltliche Ausrichtung der Union. "Eine Entscheidung, egal wie sie ausfällt, wird keine Auswirkungen auf unseren Kurs haben, weil wir übereinstimmen." Eine Meldung der Bildzeitung, die CSU habe ihn um eine Vermittlerrolle zwischen Stoiber und Merkel gebeten, bezeichnete Schäuble als falsch.

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sprach von einer "außerordentlich erfolgreichen Klausurtagung". Die CSU habe einen Beitrag dazu geleistet, zu Beginn des Jahres die günstige Stimmung für die Union zu verstärken und den Leuten die Hoffnung zu geben, dass die rot-grüne Koalition abgelöst werden könne. "Kreuth ist wieder ein Signal des Aufbruchs." Auf Vorwürfe angesprochen, die CSU habe mit der Ausrufung Stoibers zu ihrem Favoriten die Verabredung der Parteivorsitzenden gebrochen, sagte Glos: "Wenn es diese Vorwürfe gibt, dann muss ich mit ihnen leben."

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