Im Kriegsfall
Iran gegen Aussetzung der Opec-Förderquoten

Iran hat am Montag Widerstand gegen Vorschläge zur Aussetzung der Opec-Ölförderquoten im Fall eines Irak-Kriegs signalisiert. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) solle keine Beschlüsse treffen, aus denen implizit eine Unterstützung eines US-Angriffs gegen einen Opec-Mitgliedstaat abzulesen sei, sagte Irans Ölminister Bidschan Sanganeh der staatlichen Nachrichtenagentur Irna im Vorfeld des für Dienstag geplanten Treffens der Opec-Minister in Wien.

Reuters TEHERAN. Saudi-Arabien und Kuwait waren Befürchtungen von Versorgungsengpässen entgegengetreten, indem sie für den Fall eines Krieges ihre Bereitschaft zur Opec-weiten Aussetzung der Förderquoten von derzeit 24,5 Mill. Barrel pro Tag signalisiert hatten. Der Ölpreis stieg an der Londoner Warenterminbörse weiter an.

"Iran wird keine politisch motivierten Entscheidungen unterstützen", sagte Sanganeh. "Statistiken belegen, dass der Markt im Moment nicht von einem Engpass bedroht ist." Die Öl-Förderkapazitäten im Iran sind bereits am oberen Ende angelangt. Auch andere Opec-Länder, die wie Iran ebenfalls kaum Spielraum zur Erhöhung der Ölfördermenge mehr haben, könnten sich beim Opec-Treffen der Position Irans anschließen.

Saudi-Arabien ist derzeit der einzige Opec-Produzent mit einem deutlichen Kapazitätsüberschuss. Einige Kartell-Mitglieder befürchten, dass der Ölpreis im Falle eines schnellen Kriegsendes wieder stark sinken könnte. Am Montag stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im April um 27 Cent auf 34,37 Dollar. Im Moment spreche nichts für ein rasches Absinken des Ölpreises, sagten Händler. Das Konfliktpotenzial sei sehr hoch.

Für das Opec-Treffen am Dienstag wird ein Kompromiss erwartet, der zum einen die Versorgung im Kriegsfall sicherstellt, aber zugleich nicht den Anschein einer aktiven Unterstützung der US-Militäraktion erweckt. Experten gehen nicht davon aus, dass das Kartell seine offiziellen Fördermengen ändern wird. Die Opec will einen Ölpreis-Schock vermeiden, der die weltweite Konjunktur schwer treffen könnte. Während der Golfkrise im Jahr 1990 war der Ölpreis bis auf 41 Dollar geklettert. Die Länder der Opec decken mehr als ein Drittel des weltweiten Rohölbedarfs ab.

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