Im Labor kann die Tauglichkeit vorab überprüft werden
RFID hat die ersten Praxistests bestanden

Der internationale Austausch von Waren und Produkten nimmt ständig zu. Um die Warenströme zugleich sicherer und zuverlässiger zu gestalten, reichen die bisher eingesetzten Technologien allerdings nicht aus: Die Verluste für fehlgeleitete Container, Paletten oder Gepäckstücke liegen jeweils in zwei bis dreistelliger Millionenhöhe.

HB DÜSSELDORF. Moderne Lösungen müssen in der Lage sein, mobile Objekte unterschiedlicher Art und in wechselnden Umweltbedingungen nicht nur sicher zu identifizieren, sondern darüber hinaus zu lokalisieren, mit ihnen zu kommunizieren, sie zu navigieren und zu steuern. Über 50 Systeme und unzählige Transponder sind dafür auf dem Markt. Im Mittelpunkt steht die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification). Sie erlaubt die automatische Identifikation, Erfassung, Verfolgung und Steuerung von Objekten vom Hersteller bis zum Kunden. Die Beschleunigung dieses Ablaufs erlaubt es den Unternehmen, kräftig auf die Kostenbremse zu treten.

Transponder können sehr vielfältige Gestalt haben, beispielsweise als Etiketten zum Aufkleben, als Chipkarten oder in Verkapselungen zum Implantieren. Im Gegensatz zu den passiven, herkömmlichen Ident-Systemen können aktive Transponder Informationen aussenden. Ausgestattet mit Sensoren, lassen sich Zustände, wie beispielsweise Temperatur, Druck oder Feuchte überwachen und detailliert speichern.

In den letzten zwei bis drei Jahren sind vor allem in der Luftfahrtindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau und in der Automobilindustrie Pilotanwendungen entstanden. Erfolgreich haben sie ihre Zuverlässigkeit und Robustheit unter Beweis gestellt. Man kann sicher davon ausgehen, dass in den nächsten zwei Jahren Anwendungen größeren Umfangs in den Lieferantenketten namhafter Unternehmen realisiert werden.

Die Einführung branchenorientierter Standards wird einen Dominoeffekt auslösen. Heutige Lösungen bringen erhebliche Rationalisierungseffekte, die sich potenzieren werden. Logistikdienstleister profitieren von der RFID-Technologie insbesondere bei der Identifikation, Ortung und der damit möglichen lückenlosen Verfolgung logistischer Objekte.

Der Handel nutzt schon heute intensiv die durchgängige Warenverfolgung etwa im Textilbereich. Vor allem bei zeit- und zustandsabhängigen, wie zum Beispiel temperaturkritischen Gütern wird sich RFID in kurzer Zeit durchsetzen. Dementsprechend günstig fallen die Prognosen für diese Technologie und deren Verbreitung aus. Der Weltmarkt wird nach Meinung namhafter Experten in den nächsten fünf Jahren förmlich explodieren und auf über eine Milliarde Dollar ansteigen. Wer heute seine Prozesse und seine Logistikleistung auf den Prüfstand stellt, um den Technologiesprung zu bewältigen, kann morgen den Herausforderungen der Zukunft begegnen. Große Dienstleister nutzen die Aufbruchstimmung. Als Systemintegrator bieten sie Unterstützung. Eine Reihe von RFID-Laboren sind entstanden, darunter das LogMotionLab, ein gemeinsames Testlabor von Siemens und der Fraunhofer-Gesellschaft in Magdeburg (www.iff.fraunhofer.de). Dort lässt sich die Tauglichkeit der RFID für den jeweiligen Anwender unter verschiedenen Umweltbedingungen in Testreihen überprüfen.

Prof. Michael Schenk, Lehrstuhlinhaber für Logistische Systeme an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, ist zugleich Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und-automatisierung und Präsidiums- und Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%