Im langfristigen Vergleich bleibt das Niveau niedrig
Krankenstand in Deutschland steigt wieder

dpa HAMBURG. Der Krankenstand in den Betrieben ist nach einer Untersuchung der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) wieder gestiegen. Er lag 1999 mit 3,5 Prozent um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr, erläuterte der stellvertretende DAK-Vorstandsvorsitzende Eckhard Schupeta am Dienstag in Hamburg. Die erwerbstätigen Mitglieder der Kasse waren danach im Durchschnitt 12,7 Tage krank. Bei Frauen betrug der Durchschnittswert 13,4 Tage, bei Männern 12,1.

Der bis Mitte der 90er Jahre beobachtete Trend zu niedrigeren Krankenständen scheine sich umzukehren, meinte Schupeta. Schon zwei Jahre hintereinander habe die Kasse einen steigenden Krankenstand registriert. 1997 hatte er noch bei drei Prozent gelegen. "Im langfristigen Vergleich ist das Niveau aber immer noch niedrig. Ich warne davor, die Zahlen einseitig zu instrumentalisieren", betonte der DAK-Chef.

Er begründete die Trendwende unter anderem damit, "dass in Branchen, die in der Vergangenheit durch Rationalisierung geprägt waren, die Zahl der Beschäftigten mit höherem Krankheitsrisiko wieder steigt". Auch könnte die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung dazu beitragen, dass sich kranke Beschäftigte eher wieder erlaubten, zu Hause zu bleiben.

Mit 4,1 Prozent ließen sich die Erwerbstätigen in den neuen Bundesländern deutlich häufiger krankschreiben als mit 3,3 Prozent in den alten Bundesländern. Eine Sonderstellung nimmt nach dem Ergebnis der Studie Berlin mit dem bundesweit höchsten Krankenstand von 4,9 Prozent ein. Baden-Württemberg verzeichnet mit 2,9 Prozent den niedrigsten Wert.

Auch zwischen den Branchen gab es deutliche Unterschiede. Während die öffentliche Verwaltung mit 4,3 Prozent die höchste Quote aufwies, gefolgt vom Gesundheitswesen (4,1 Prozent), wurde in den Bereichen Rechtsberatung (2,2 Prozent) und Datenverarbeitung (2,6 Prozent) der bundesweit niedrigste Krankenstand registriert.

Der Untersuchung lag eine Totalauswertung der Krankmeldungen aller 3,4 Mill. erwerbstätigen DAK-Mitglieder des Vorjahres zu Grunde. Die DAK versichert als zweitgrößte Krankenkasse in Deutschland jeden zehnten Bürger. Sie hat knapp sechs Mill. Mitglieder und rund acht Mill. Versicherte.

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