Im März
Inflation in der Euro-Zone stark gestiegen

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im März überraschend stark gestiegen. Die Jahresteuerung kletterte nach vorläufigen Berechnungen des europäischen Statistikamtes Eurostat vom Dienstag auf 2,5 nach 2,4 % im Februar. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einer Inflationsrate von 2,3 % gerechnet.

Reuters BRÜSSEL. Nach Einschätzung von Analysten wird der etwas höher als erwartete Preisanstieg im März aber nicht zu einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag führen. Die jüngste Inflationsschätzung und die steigenden Rohölpreise signalisierten allerdings, dass ein Ende des Zinssenkungszyklus in der Euro-Zone erreicht sei, sagten Analysten.

Der Ölpreis könnte nach Auffassung von Experten für die kommenden Monate einen höheren Preisdruck bedeuten und den Rückgang der Inflation langsamer als erwartet ausfallen lassen. "Dies ist zwar enttäuschend für die EZB, aber das heißt nicht, dass sie die Zinsen bald erhöhen werden", sagte Robert Prior-Wandesforde von HSBC in London. Volkswirte gehen davon aus, dass die Jahresteuerung in den nächsten Monaten nicht deutlich unter die von der EZB angepeilte Grenze von zwei Prozent sinken werde. "Die Inflation wird sich im April und Mai fast sicher abschwächen", sagte Prior-Wandesforde weiter. Die Teuerung werde aber nicht wie zunächst erwartet auf 1,5 % sinken, sondern nur auf leicht unter zwei Prozent zurückgehen, sagte er weiter.

Die EZB hatte zuletzt trotz des Ölpreisanstiegs in den vergangen Wochen an ihrer Vorhersage eines Inflationsrückganges in der Euro-Zone festgehalten. EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing und Chefs nationaler Notenbanken hatten bekräftigt, die Teuerungsrate werde in diesem Jahr unter zwei Prozent sinken.

Eurostat wies zudem darauf hin, dass ihre Inflationsschätzung wegen der Einführung des Euro-Bargeldes zum Jahresbeginn verzerrt sein könne und möglicherweise stärker als sonst üblich revidiert werden müsse. "Eine größere strukturelle Veränderung wie die Euro-Bargeldeinführung kann die Verlässlichkeit der Schätzungsprozedur beeinflussen", teilte das Amt mit. Nach Informationen aus EU-Kreisen gibt es aber bislang keine konkreten Hinweise auf derartige Verzerrungen.

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