"Im Moment gibt es keine Möglichkeit für eine Einigung"
Streikbrecher in Venezuela beladen Öltanker

Am zehnten Tag des Streiks mit dem Ziel der Ablösung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez haben Streikbrecher am Mittwoch mehrere Öltanker beladen, um die Ölexporte des Landes wieder aufzunehmen.

Reuters CARACAS. Schifffahrtsagenten berichteten, der erste Tanker solle mit seiner Ladung von 350 000 Barrel Öl (ein Barrel = knapp 159 Liter) am Donnerstagmorgen auslaufen. Mindestens zwei Tanker seien inzwischen beladen worden, zwei weitere würden folgen. Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez hatte zuvor gesagt, ein Schiff sei bereits in Richtung USA aufgebrochen. "Wir haben die Blockade, die uns im Osten in Zulia aufgezwungen wurde, gebrochen, und liefern Öl in die gesamte Welt", sagte Ramirez. Mit dem Generalstreik wollen Chavez' Gegner neben dessen Ablösung vorgezogene Wahlen erreichen.

Venezuela, fünftgrößter Ölexporteur der Welt, führt üblicherweise 2,7 Mill. Barrel Öl pro Tag aus. Wegen des Streiks sind die Exporte vollständig zum Erliegen gekommen. Regierungsangaben zufolge verliert das Land täglich 50 Mill. Dollar, weil die Raffinerien der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA sowie Häfen bestreikt werden. Die USA beziehen ein etwa Siebtel ihrer Ölimporte aus Venezuela.

"Im Moment gibt es keine Möglichkeit für eine Einigung", sagte Gewerkschaftschef Carlos Ortega. Die Opposition wirft Chavez vor, in Venezuela eine Diktatur errichten zu wollen. Umfragen zufolge hat der Präsident deutlich an Rückhalt verloren, selbst in ärmeren Bevölkerungsschichten, in denen er seine Machtbasis hat. Chavez hat sich bislang den Forderungen der Opposition verweigert.

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