Im nächsten Jahr Ausgabe von Gratisaktien
WCM erwartet starken Gewinnanstieg 2001

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-Aktiengesellschaft wird ihrem Vorstand Roland Flach zufolge in diesem Jahr ein Ergebnis von 240 bis 300 Mill. DM realisieren nach 460 Mill. DM 1999. Für das kommende Jahr prognostizierte Flach am Montag in Frankfurt ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 800 Mill. DM.

Reuters FRANKFURT. Flach kündigte zudem für 2001 die Ausgabe von Gratisaktien für alle WCM-Aktionäre im Verhältnis drei zu eins an. Auch die neuen Aktionäre der WCM, die ihre Klöckner-Aktien gegen Papiere der Beteiligungsgesellschaft eintauschten, würden diese Gratisaktien bekommen.

Der WCM-Vorstand zeigte sich optimistisch, dass das Übernahmeangebot der WCM an Klöckner erfolgreich sein wird. WCM verfüge derzeit bereits über rund 40 % der Stimmrechte und strebe einen hohen Anteil an dem Industrieunternehmen an. "Wir empfehlen allen Klöckner-Aktionären, ihre Aktien zu tauschen", da nach einem erfolgreichen Übernahmeangebot mit einem Kursrückgang der Klöckner-Papiere zu rechnen ist", sagte Flach. Mit Blick auf die Klöckner-Strategie, sich in Zukunft auf das Foliengeschäft zu konzentrieren und andere Unternehmensteile abzustoßen, sagte Flach: "Wir unterstützen diese Strategie klar und deutlich".

Zwei Immobilientransaktionen bis Ende des Jahres

WCM ist nach eigenen Angaben die größte börsennotierte Gesellschaft (M-Dax) im Bereich Immobilien und Beteiligungen. Der Investment-Konzern kauft ehemalige gemeinnützige Wohnungen und hält Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Noch in diesem Jahr werden Flach zufolge zwei Immobilientransaktionen abgeschlossen. WCM ist den Angaben nach vor allem am Einstieg in bundesweit bekannte und an der Börse unterbewertete Unternehmen interessiert. Etwa 90 % des Ergebnisses erzielt WCM mit Beteiligungen. Bei Klöckner stieg WCM bereits mit gut zehn Prozent im Dezember 1999 ein.

Mit Blick auf die künftige Gewinnentwicklung sagte Flach, WCM komme in 2001 die Steuerreform zu Gute, da Einnahmen aus Beteiligungsverkäufen steuerfrei sein werden. Einige Transaktionen seien deshalb ins nächste Jahr verschoben worden. In diesem Jahr werde WCM mit einem operativen Ergebnis von 240 bis 300 Mill. DM seine Planzahlen erreichen. Im vergangenen Jahr hatte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 460 Mill. DM betragen. Für 2001 verspricht der Investmentkonzern einen drastischen Gewinnanstieg auf 800 Mill. DM. "Unsere Transaktionen sind langfristig vorbereitet und Erträge deshalb jetzt schon gut vorhersehbar", sagte Flach. "Wir werden im nächsten Jahr für Überraschungen gut sein".

Bereits große Beteiligung an Klöckner

WCM hatte in der vergangenen Woche ein Pflichtangebot an die Aktionäre der Klöckner-Werke für Dezember angekündigt. Für eine Klöckner-Aktie bietet das Unternehmen eine WCM-Aktie plus sieben Euro an. Nachdem der Klöckner-Großaktionär Roland Oetker die Stimmrechte seines Anteils WCM bereits übertragen hat, hält die Investmentgesellschaft schon jetzt mehr als 40 % an Klöckner und muss deshalb ein Pflichtangebot unterbreiten. "Wir rechnen damit, dass wir mindestens eine Mehrheit von 51 % an Klöckner bekommen werden", sagte Flach.

Die Klöckner-Werke, in den 80er Jahren noch ein Stahlkonzern mit 35 000 Beschäftigten, will sich künftig auf das Foliengeschäft konzentrieren und seinen Maschinenbau-Zweig abstoßen. Der Klöckner-Konzern hatte 1992 wegen der Defizite im Stahlgeschäft Vergleich anmelden müssen und hat sich seither sukzessive verkleinert. Durch die Konzentration auf das Foliengeschäft soll die Mitarbeiterzahl den Angaben nach von 9000 auf 3000 sinken. Diese Sparte hat Klöckner-Vorstandsvorsitzendem Heinz-Ludig Schmitz zufolge eine höhere Ertragskraft als der Maschinenbau. Derzeit erziele das Unternehmen mit Folien 80 % des Ergebnisses bei nur 40 % des Umsatzes. In 2000 soll der Umsatz in dem Segment 900 Mill. Euro betragen.

WCM-Aktie um die Hälfte gefallen

Kurz nach Bekanntgabe der neuen Verkaufspläne vor zwei Wochen hatte sich WCM-Vorstand Flach noch zurückhaltend zu der Umstrukturierung geäußert. Einem nicht nachvollziehbaren "Ausverkauf" werde WCM nicht zustimmen. Jetzt lobte Flach die Fokussierungs-Strategie von Klöckner. Das Unternehmen werde durch den Verkauf von Unternehmensteilen Einnahmen erzielen und könne sich künftig auf ein Geschäftsfeld konzentrieren. "Wir unterstützen dieses Konzept klar und deutlich", sagte Flach. Klöckner werde ein wesentliches WCM-Engagement und erheblich zur erwarteten Ertragssteigerung beitragen.

Die Halbierung des Kurses der WCM-Aktie in diesem Jahr ist nach Flachs Worten mit der Übernahme zu erklären. Wie üblich steige vor einer Übernahme der Kurs des Zielunternehmens wegen spekulativer Käufe, während das übernehmende Unternehmen Kursverluste sehe. "Das schmerzt uns umso mehr, als es dafür keinen fundamentalen Grund gibt", fügte er hinzu. Diese Entwicklung werde sich jedoch nach einer erfolgreichen Übernahme wieder umkehren.

Empfehlung zum Aktientausch

Flach empfahl den Klöckner-Aktionären deshalb, ihre Aktien zu tauschen. "Wer auf ein zweites Angebot setzt, täuscht sich", sagte er. Gegen 14.20 Uhr notierten WCM mit 19,30 Euro knapp drei Prozent im Plus. Nach Bekanntgabe der Übernahmeofferte war der Kurs um 17,5 % auf ein Jahrestief von 16,25 Euro gefallen.

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