Im Nasdaq 100 sind einige Titel zu sehr ins Minus gerutscht
Gewinnen mit den derzeitigen Verlierern

"Greife nie in ein fallendes Messer", lautet eine Börsenweisheit. Gemeint ist: Kaufe keine Aktie, deren Kurs seit Wochen, Monaten oder Jahren fällt, ohne das sich ein Boden bildet. Demnach sollten Anleger von den "Losern" der US-amerikanischen Wachstumsbörse (Nasdaq 100) die Finger lassen. Doch die Versuchung ist groß, einst gepriesene Unternehmen jetzt als Schnäppchen einzukaufen. Branchenexperten sehen Hoffnung für die gefallenen Engel. Immer noch kann es jeder der 100 größten Nasdaq-Werte gemessen am Börsenwert mit einem Dax-Wert aufnehmen.

som DÜSSELDORF. Der Grund: Bei den seit Jahresanfang größten Verlierern sind die Probleme nur zum Teil hausgemacht. Zwar wurden die selbst gesteckten oder von der Börse erwarteten Ergebnis- und Umsatzerwartungen verfehlt. Waren sie aber erst einmal im Abwärtstrend, beschleunigte eine schlechte Börsenstimmung den Fall um ein Vielfaches. Hinzu kommt die Renaissance des defensiven Anlageverhaltens: Viele Investoren sind nicht mehr bereit, auf Hoffnungswerte zu setzen, die Gewinne erst in Zukunft versprechen. Gefragt sind hochprozentige Umsatz- und vor allem Ergebnissteigerungen, Quartal für Quartal. Branchenkenner sind sich in der Einschätzung einig: Jetzt trennt sich auch innerhalb der Nasdaq 100 die Spreu vom Weizen. Nach der notwendigen Korrektur überleben nur die Stärksten.

Dazu gehört zweifellos die Internet-Holding CMGI. Die Beteiligungsgesellschaft leidet weniger unter schlechten Ergebnissen, sondern unter dem neuen und ungünstigen Umfeld: Analysten raten Anlegern, nur auf die Marktführer zu setzen. Dazu gehören Start-Up-Unternehmen, die CMGI aus seinem reichhaltigen Portefeuille an die Börse bringt, meistens nicht. Die jungen Unternehmen müssen sich erst noch beweisen und sind auf das Vertrauen der Investoren angewiesen. Erst wenn die Stimmung wieder drehen sollte und Anleger wieder nach risikoreichen, kleinen Internetfirmen suchen, springt auch der CMGI-Kurs wieder an.

Mehr Chancen als Risiken sehen Analysten auch beim Softwareproduzenten Citrix . Die Kursbereinigung sei abgeschlossen. Im technischen Sinn gilt der Wert als ausverkauft. Kritisch dagegen die Situation beim größten Verlierer: Der Hersteller von Verwaltungssoftware, Legato, täuschte die Öffentlichkeit mit Unregelmäßigkeiten in der Bilanz. Die Nasdaq drohte vorübergehend mit dem Ausschluss des Unternehmens. Anleger verzeihen so einen Fauxpas weniger als missratene Ergebnisse.

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