Im Osten verlieren, aber nicht gewinnen

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Im Osten verlieren, aber nicht gewinnen

Der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber (CSU), kann mit seiner "autoritären Struktur und mutmaßlichen Wirtschaftskompetenz" nach Ansicht des Berliner Parteienforschers Gero Neugebauer für die CDU in Ostdeutschland Stimmen dazugewinnen.

dpa BERLIN. "Viel wird davon abhängen, ob Frau Merkel Stoiber an die Hand nimmt und ihren Ost-Bonus auf den Kandidaten übertragen kann", sagte der Politikwissenschaftler der Freien Universität zu Berlin am Mittwoch. "Die Wahl kann im Osten verloren, aber nicht gewonnen werden", sagte er. "Das ist eher für die Sozialdemokratie ein Problem als für die CDU."

Das Stimmverhalten der ostdeutschen Wähler unterliege hohen Schwankungen. "Parteienbindung hat in der Vergangenheit im Osten keine Rolle gespielt", erklärte Neugebauer. Das Wahlverhalten sei entsprechend schwer einzuschätzen. "In der letzten Zeit stellen wir aber eine verstärkte Parteienbindung fest, die eher der PDS zugute kommt."

Vor allem die Arbeitsmarktpolitik könne als eines der zentralen Wahlkampfthemen dazu führen, dass die Wahl in letzter Minute entschieden werde. "Dann sind die aktuellen Entwicklungen kurz vor der Wahl von enormer Bedeutung", sagte der Parteienforscher. "Wenn sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessert oder in den Medien auch nur besser dargestellt wird, könnte sich das ähnlich wie bei der Wahl 1994 zu Gunsten der derzeitigen Regierung auswirken."

Aktuelle Meinungsforschungsergebnisse, in denen die Union führe, seien "völlig normal". Zwischen den Wahlen sei die Regierung immer schwächer. "Die meisten Ostdeutschen haben aber von Wahlkämpfen die Nase voll", erklärte der Parteienforscher. Die bisherigen Begegnungen ostdeutscher Wähler mit Wahlkampf führenden Politikern habe negative Spuren hinterlassen. "Bei diesen Wählern herrscht die Meinung vor, dass die Politiker Sachen behaupten, die sie nach der Entscheidung sowieso nicht umsetzen."

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