Im Schatten der US-Börsen
Deutsche Börsen geben nach

Um 0,9 Prozent verlor der Dax bis auf 6 185 Zähler, während die Werte des MDax sich 0,02 Prozent leichter knapp bei 4 759 behaupteten.

dpa FRANKFURT/M. Nach weitgehend richtungslosem Handel haben die deutschen Aktien im Schatten leichterer US-Börsen nachgegeben. Um 0,9 Prozent verlor der Dax bis auf 6 185 Zähler, während die Werte des MDax sich 0,02 Prozent leichter knapp bei 4 759 behaupteten. Eher lustlos gab der Nemax-50 um 1,32 Prozent auf 1 730 Stellen nach.

"Wir gehen parallel zum Dow Jones", sagte ein Händler der Frankfurter Sparkasse am Abend: "Die Börse ist richtungslos". Der Neue Markt habe die guten Vorgaben aus den USA und den freundlichen Handelsauftakt am Nachmittag nicht nachvollzogen, weil das Wachstumssegment vielen Anlegern gegenwärtig als "uninteressant" erscheine. Wer investieren wolle, tue dies in Standardwerte.

Nach mehreren Tagen mit Kursaufschlägen gab der Dow Jones zur Wochenmitte um 0,59 Prozent auf 11 110 Zähler ab, während der technologielastige Nasdaq-Index um 1,03 Prozent auf 2 210 Stellen verlor. Auch die übrigen europäischen Börsen blieben davon nicht unbeeindruckt. Am Abend notierten die 50 wichtigsten europäischen Standardwerte im Durchschnitt 0,59 Prozent unter dem Vortag bei 4 467 Zählern.

Ein Ausverkauf in den USA belastete die Telekom -Aktie. Dort hätten viele ehemalige Aktionäre von Voicestream kein Interesse an den deutschen Aktien, sagte der Händler. "Die werfen jetzt eine ganz Menge raus." Um 4,39 Prozent gab deshalb der Kurs auf 23,50 Euro nach. SAP -Vorzüge - nach einer Heraufstufung durch Goldman Sachs Vortagessieger - büßten nach Gewinnmitnahmen 1,29 Prozent auf 173,84 Euro ein.

Deutlich besser erging es Degussa . Der anstehende Börsengang der Degussa-Tochter Zentaris soll über 150 Millionen Euro einbringen und weckt deshalb die Fantasie der Anleger, was der Mutterkonzern mit dem vielen Geld wohl anstellen werde. Um 2,75 Prozent gewannen die Aktien auf 35,86 Euro.

Thyssen-Krupp sank um 1,99 Prozent auf 17,21, weil die USA die Stahlimporte drosseln wollen. Händlern zufolge belasten auch die am Dienstag veröffentlichten schwachen Quartalszahlen des französischen Stahlkonzerns Usinor den Kurs.

Allein charttechnische Gründe machte der Händler für die Gewinnmitnahmen bei Allianz verantwortlich. In nur wenigen Tagen seien die Papiere um über 10 Prozent nach oben geschossen. Am späten Nachmittag erholte sich der Kurs etwas von anfänglichen Verlusten und lag zuletzt 2,24 Prozent unter dem Vortag bei 345,53 Euro.

Unter Druck präsentierten sich die Rentenmärkte: Der Bund-Future gab 0,19 Prozent auf 106,83 Punkte nach, während der Rex 0,29 Prozent auf 112,09 Stellen verlor. Die Bundesbank hatte am Nachmittag die Umlaufrendite bei 4,91 (Dienstag: 4,97) Prozent errechnet.

Der Kurs des Euro ist im Devisenhandel seit dem Mittag deutlich gefallen. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 0,8543 (Dienstag: 0,8465) US-Dollar festgesetzt hatte, gab der Kurs bis auf 0,8457 Dollar nach. Für die EZB kostete ein Dollar damit 2,2894 (2,3105) DM.

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