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"Im Schaufenster": Bayer vor „Endspiel“ gegen Kiew

Die Angst vor dem Schlendrian ist die größte Gefahr für Bayer 04 Leverkusen. "Wir stehen im Schaufenster, und wir haben eine große Chance, weil wir nur 1:0 gewinnen müssen, um ins Achtelfinale zu kommen."

dpa LEVERKUSEN. Die Angst vor dem Schlendrian ist die größte Gefahr für Bayer 04 Leverkusen. "Wir stehen im Schaufenster, und wir haben eine große Chance, weil wir nur 1:0 gewinnen müssen, um ins Achtelfinale zu kommen."

Das sagte Bayer-Cheftrainer Klaus Augenthaler vor dem Gruppen-"Endspiel" in der Champions League gegen Dynamo Kiew. Er fügte aber vielsagend hinzu: "Und dazu haben wir 90 und mit Nachspielzeit 95 Minuten Zeit." So schlafmützig zu beginnen wie in den zwölf Saisonspielen, die Bayer nach Rückstand erst in der zweiten Hälfte noch drehen konnte, wäre gegen die Ukrainer wohl der Knockout. "Das darf uns nicht passieren. Es wäre fatal, so einen Fehler zu machen", meinte Augenthaler.

In der Bayarena ist der Augenthaler-Elf, die Real Madrid (3:0) und AS Rom (3:1) besiegte, ein solcher Fauxpas noch nicht unterlaufen. "Zuhause sind wir eine Macht", sagte Carsten Ramelow. Jeder wisse, was auf dem Spiel stehe: "Und entsprechend werden wir auftreten." Gewarnt sind die Leverkusener vor Kiew, dessen Nationaltorwart Alexander Schowskowskij in den letzten sechs Pflichtspielen nur zwei Tore zuließ. Im Hinspiel verloren sie nach einem 2:1 zur Pause noch mit 2:4. "Da hat eine Halbzeit nicht gereicht, das kann schnell nach hinten losgehen", appellierte Kapitän Jens Nowotny an seine Mitspieler, von der ersten Sekunde an hellwach zu sein.

"Es ist einfacher geworden, weil wir nur einen einfachen Sieg brauchen, um den Matchball zu verwandeln", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der nach einer Hüftoperation auf Krücken ins Stadion kommen will. Dennoch sei es keine simple Aufgabe gegen Kiew, das für ihn die spielstärkste Mannschaft der Gruppe B ist: "Da muss uns schon ein Zauberschlag gelingen." Dann würde die Bayer-Kasse süßer klingeln wie lange nicht mehr: Rund 6,7 Mill. Euro plus Einnahmen aus dem Werbe- und TV-Pool sind bereits sicher, weitere 2,5 Mill. werden beim Einzug in die Runde der letzten 16 fällig. Augenthaler: "Die Chance ist jetzt sehr groß, jetzt gibt sich hier keiner mehr mit dem Uefa-Cup zufrieden."

Allein das Dabeisein in der Partie gegen Kiew empfindet der Ukrainer Andrej Woronin als vorweihnachtliche Bescherung. "Das ist für mich natürlich etwas Besonderes", sagte der 25-jährige Bayer-Torjäger, der gegen seinen einstigen Wunschclub aber keine Sentimentalitäten kennt: "Es gibt keinen Platz für Freunde. Wir haben uns vorgenommen zu gewinnen. Und wenn es so läuft wie in der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg, gewinnen wir auch." Gegen die Niedersachsen gelang der 2:1-Siegtreffer erst in der 90. Minute.

Die politischen Wirren in seinem Land spielen für ihn gegen Dynamo keine Rolle: "Wenn ich auf dem Platz stehe, denke ich nicht soweit." Frieden im Land ist alles, was er sich wünscht. Außerhalb des Stadions hat er ständig Kontakt zu seiner Heimat. "Es wird wieder bessere Zeiten geben", hofft Woronin, der mit dem Bulgaren Dimitar Berbatow stürmen wird. Nicht dabei ist der gesperrte Diego Placente, fraglich der Einsatz des Polen Jacek Krzynowek (Wadenverletzung).

Leverkusen, der Champions-League Finalist von 2001/2 002, will sich nicht auf die Schützenhilfe vom AS Rom verlassen. Sollten die Römer die Madrilenen schlagen, könnte Leverkusen sich auch eine Niederlage leisten. "Wir wollen gewinnen, und wenn wir so auftreten, können wir es auch schaffen", sagte Torwart Jörg Butt. In diesem Fall würde Bayer Gruppenerster und Kiew (bei einem Sieg von Real) nur der Uefa - Cup bleiben.

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