Im schwachen Umfeld brach die Aktie um 9,46 % ein
Thyssen-Aktie gerät unter Druck

Im schwachen Umfeld brach die Aktie um 9,46 % ein.

dpa-afx FRANKFURT. Thyssen-Krupp-Aktien haben am Donnerstagnachmittag ihre Kursverluste vom Morgen ausgeweitet. Mit einem Minus von 9,15 % auf 18,06 Euro führte das Papier zeitweise die Liste der Dax-Verlierer an. Mit über 3,7 Mill. gehandelten Aktie auf Xetra gehörte der Titel zudem zu den umsatzstärksten Werten im Dax. Das Börsenbarometer fiel bis dahin um 1,62 % auf 6 107,79 Punkte.

Der möglicherweise bevorstehende Machtkampf an der Thyssen-Krupp-Spitze sei ganz klar ein Unsicherheitsfaktor, sagte Jörg-André Finke, Stahl-Analyst bei Helaba Trust Management. Die Angst und Unsicherheit im Markt wachse "von Stunde zu Stunde" mit den fallenden Kursen. Händler erklärten, dass die in der Presse kursierenden Spekulationen über ein bevorstehendes Personal-Eklat während der Hauptversammlung am morgigen Freitag für Unsicherheit am Markt sorgen.

Kriwet werde sein Amt zur Verfügung stellen

Hintergrund ist eine Erklärung des Thyssen-Krupp-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwet. Kriwet hatte in Aussicht gestellt, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender "zu gegebener Zeit" zur Verfügung zu stellen, um damit einen Wechsel des bisherigen Konzernchefs Cromme an die Spitze des Kontrollgremiums zu ermöglichen. Ekkehard Schulz sollte dann als alleiniger Konzernchef die Geschäfte von Thyssen-Krupp führen.

Analyst Finke sagte weiter, die angekündigte Abschaffung der Doppelspitze, die seit der Fusion der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp und der Thyssen AG Anfang Dezember 1998 an der Unternehmensspitze fungiert, sei ein "Meilenstein für die strategische Ausrichtung des Konzerns" gewesen. Viele Anleger hätten ihre Kaufentscheidung deswegen getroffen. Sollte die Doppelspitze weiter vorsitzen, wäre das "eine große Enttäuschung" für die Investoren.

Kein offizieller Kommentar vom Unternehmen

Ein Sprecher des Unternehmens wollte vor der vielbeachteten Hauptversammlung keinen Kommentar zu den grassierenden Spekulationen am Markt abgeben. Für die Analysten von Independent Research ziehen aber über dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Kriwet "verstärkt dunkle Wolken auf". Kriwet müsse möglicherweise den geballten Unmut der Investoren auf sich nehmen.

Sollte Kriwet bis zur Hauptversammlung am Freitag in Duisburg keine konstruktiven Lösungsvorschläge vorbringen, müsse er sich möglicherweise bei der Entlastung des Aufsichtsrates einer Einzelabstimmung stellen. Diese könnten ihm aber wiederum einflussreiche Aktionäre mit Blick auf die zukünftigen Ertragsaussichten verweigern, hieß es weiter.

Verkaufsorder setzen Aktie unter Druck

"Möglicherweise nehmen einige Anleger diese Spekulationen zum Anlass, ihre Positionen glatt zu stellen", mutmaßte ein anderer Händler. Händlerangaben zufolge habe zudem eine Verkaufsorder eines großen Investors die Aktie unter Druck gesetzt. Die Meldung, dass in der chinesischen Metropole Schanghai hat am Donnerstag der Bau der ersten kommerziellen Transrapidstrecke begonnen hat, scheine dagegen bei den Anlegern nicht auf Resonanz zu stoßen.

Stattdessen hätten die Personalquerelen Oberhand. Der Vertrag zwischen dem deutschen Transrapid-Konsortium aus Siemens und Thyssen-Krupp sowie den chinesischen Betreibern war nach zähen Verhandlungen erst vor fünf Wochen unterzeichnet worden.

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