Im September will Telefonica eine Anleihe zur Endfinanzierung begeben.<P>
British Telekom verschiebt Anleiheemission

Reuters FRANKFURT. Die British Telecom will ihre zur Finanzierung der deutschen Mobilfunklizenz (UMTS) geplante Anleihe im Volumen von zehn Mrd. Dollar verschieben. Grund dafür sei die anstehende Überprüfung der Kreditwürdigkeit zahlreicher Telekommunikations-Unternehmen durch die großen Rating-Agenturen, teilte das Unternehmen mit. Man wolle zunächst die eigene Neueinstufung abwarten. British Telekom droht nach Einschätzung von Standard & Poors eine Herabstufung der Bonität. Die spanische Telefonica teilte dagegen mit, zur Überbrückungsfinanzierung der deutschen UMTS-Lizenz einen Konsortialkredit über acht Mrd. Euro erhalten zu haben. Im September will Telefonica eine Anleihe zur Endfinanzierung begeben.

British Telecom teilte in London mit, die ursprünglich für die kommende Woche geplante Roadshow für eine geplante Zehn-Mrd-Dollar-Anleihe verschieben zu wollen. Hintergrund sei die anstehende Überprüfung der Kreditwürdigkeit von zahlreichen Unternehmen der Branche.

Große Ratingagenturen wie Standard & Poors oder Moody's beobachten Telekommunikationsunternehmen teilweise bereits seit längerem im Hinblick auf ihre Kreditwürdigkeit. Die hohen Kosten für die Mobilfunklizenzen sowie geplante Übernahmen lassen den Verschuldungsgrad der Unternehmen steigen und folglich ihre Bonität sinken. Standard & Poors hatte in der vergangenen Woche erklärt, man gehe davon aus, das Langfristrating von British Telekom auf "A-minus" zu reduzieren. Das Rating könne aber auch auf "BBB" zurückgenommen werden, sofern das Unternehmen seine Finanzen nicht konsolidiere.

Die Bonitätseinstufung (Rating) eines Unternehmens hat große Auswirkungen auf dessen Anleiheemissionen. Ein niedriger eingestuftes Unternehmen mit geringerer Kreditwürdigkeit muss den Investoren eine höhere Risikoprämie in Form höherer Kupons bezahlen, um als Anlage attraktiv zu sein. Die Finanzierung wird damit teurer. Für die Telekommunikationsbranche gilt dazu das Problem, dass das hohe Anleihenaufkommen zur Finanzierung der UMTS-Lizenen am Markt zu einem Angebotsdruck führt, der die Kurse zusätzlich fallen und die Renditen weiter steigen lässt.

Am Markt wurde die Ankündigung von British Telekom am Mittwoch positiv aufgenommen. Glenn Davis von von Boston Partners Asset Management sagte in London, das Unternehmen tue gut daran, die Emission zu verschieben. "Wenn sie in eine mögliche Herunterstufung hinein emittieren, werden sie deutlich höhere Kosten haben oder die Investoren sogar ganz abschrecken." Wes Sparks von Aeltus Investment Management kritisierte, dass S&P sich letztlich offen halte, wie weit ein Unternehmen letztlich zurückgestuft werde. Der Investor trage letztlich das Restrisiko, wenn die Herunterstufung gegebenenfalls noch deutlicher ausfalle.

Die ebenfalls im Bietungsverfahren um die deutschen UMTS-Lizenzen erfolgreiche Telefonica hatte bereits die Begebung einer globalen Anleihe über fünf Mrd. $ für September angekündigt. Da der Preis für die Lizenz jedoch früher überwiesen werden muss, war eine Zwischenfinanzierung nötig geworden. Ein Telefonica-Sprecher bestätigte am Dienstagabend, dass der Bankenkredit unter anderem als Überbrückungsfinanzierung für die UMTS-Lizenz genutzt werden solle. Die von Telefonica und der finnischen Sonera gebildete Bietergruppe 3G hatte eine der deutschen Lizenzen für 8,4 Mrd. Euro erworben. Der Anteil von Telefonica am Preis wird mit etwa vier Mrd. Euro beziffert.

An den Finanzmärkten wird davon ausgegangen, dass über 50 % der Kosten für die deutschen UMTS-Lizenzen über Anleihen finanziert werden sollen. Als weiterer Bond-Emittent gilt unter anderem France Telecom. Dagegen hat unter anderem Mobilcom angekündigt, die Lizenz nicht über Anleihen sondern über Bankkredite finanzieren zu wollen. Als erstes der in der deutschen Auktion erfolgreichen Unternehmen stellt Mobilcom ab dem (heutigen) Mittwoch seine detaillierte UMTS-Planung im Rahmen einer Roadshow vor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%