Im Sog der US-Börsen
Dax rutscht kurz vor Handelsschluss ab

Die deutschen Aktien haben am Freitag etwas leichter geschlossen. Nachdem sie sich im Tagesverlauf in einer engen Bandbreite bewegt hatten, gerieten sie in der letzten Handelsstunde im Sog der US-Börsen deutlicher unter Druck.

vwd FRANKFURT. Bis dahin war der Handelstag ähnlich wie die gesamte Woche verlaufen: Mit einer Schwankungsbreite im Wochenverlauf von wenig mehr als 100 Punkten war von Unsicherheit angesichts des Zinsbeschlusses der US-Notenbank kaum etwas zu merken. Der Dax ging schließlich mit einem Minus von 0,5 % bzw 17 Zählern auf 3 225 Punkte aus dem Handel.

Die etwas besser als erwartet ausgefallene zweite Umfrage zum US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan hatte die Stimmung leicht aufgehellt, bevor der deutsche Leitindex den US-Börsen am Abend zunächst zögerlich und dann mit einem energischen Rutsch bei allerdings dünnen Umsätzen wieder ins Minus folgte.

RWE verbuchten mit einem Minus von 2,7 % auf 26,39 Euro zusammen mit der Hypo-Vereinsbank die größten Verluste. Die RWE-Titel seien bis zum Donnerstagvormittag sehr stark gestiegen und an einen technischen Widerstand gestoßen, sagte ein Händler. Nachdem die Meldungen von der Aufsichtsrats-Sitzung die Erwartungen genau getroffen hätten, sei nach dem Motto "buy the rumours, sell the facts" verfahren worden. Zudem hatten einige negative Analystenstimmen belastet. Die WGZ-Bank hatte die Einstufung von RWE unter Verweis auf die vorangegangene gute Kursentwicklung auf "Accumulate" von "Buy" gesenkt. Auch Smith Barney und M.M. Warburg hatten sich negativ zur Aktie geäußert.

Thyssen-Krupp-Papiere schwankten lebhaft und schlossen schließlich mit einem Minus von 0,4 % bei 9,85 Euro. Das Aus für den Transrapid in Nordrhein-Westfalen hatte die Papiere zeitweise bis auf 9,73 Euro fallen lassen. Allerdings sei dieses Projekt in den Gewinnprognosen ohnehin nicht berücksichtigt, sagte ein Analyst. Am Donnerstag hatten Thyssen-Krupp bereits unter Problemen des Bahn-Projekts in China gelitten.

Uneinheitlich zeigten sich die Automobilhersteller, die zeitweise vom schwachen Euroo beflügelt wurden. Zudem setzten die Investoren auf eine Einigung im Tarifstreit in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie. Daimler-Chrysler gewannen 0,3 % auf glatt 30 Euro, BMW drehten ins Minus und verloren 0,4 % auf 33,39 Euro. Volkswagen gewannen 2,5 % auf 36,26 Euro.

Auch Deutsche Telekom legten zu und gewannen 0,8 % auf 13,50 Euro. Mit Freiminuten und einer Ausweitung ihres Nulltarifs will das Unternehmen im Herbst eine Preisoffensive im Festnetz starten. Möglichst gleichzeitig mit der angekündigten Erhöhung der Grundgebühr sollen zwei neue Angebote eingeführt werden, teilte das Bonner Unternehmen mit. Die Nachricht, dass die Deutsche Teleokom von ihren Wettbewerbern vorerst keinen Call-by-Call-Aufschlag erheben darf, belastete nicht.

Leicht im Minus schlossen Adidas-Salomon. Die Aktien des Sportartikelherstellers litten laut Händlern unter den unerwartet schwach ausgefallen Zahlen des Konkurrenten Nike. Analysten sehen in den Nike-Auftragszahlen ein schlechtes Zeichen. Diese bestärkten die Befürchtungen, dass sich die Auftragslage im US-Geschäft auch bei Adidas weiter rückläufig entwickeln werde. Adidas-Salomon verloren 0,5 % auf 74,18 Euro, erholten sich damit aber vom Tagestief bei 73,00 Euro.

Im MDax stiegen Beiersdorf zeitweise auf ein neues Jahreshoch, konnten die Gewinne aber nicht halten und schlossen nur 0,9 % fester bei 117,65 Euro. Das Tageshoch hatte bei 118,70 Euro gelegen. An dem Wert gebe es erhöhtes Interesse, seit Günter Herz, seine Schwester und deren Berater sich aus dem Tchibo-Konzern zurückgezogen haben und die Wahrscheinlichkeit für den Kauf weiterer Beiersdorf-Anteile damit gestiegen sei, sagte ein Händler.

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