Im Tagesverlauf tauchen Kurse ab
Europa-Börsen schließen abgeschwächt

Die meisten europäischen Aktienmärkte haben wegen magerer Wirtschaftsdaten aus Deutschland schwächer geschlossen. Der DJ-Stoxx50-Index büsste zum Feierabend 1,7 Prozent auf 2608 Zähler ein. Die Verluste in Paris und Amsterdam hielten sich unterdessen in Grenzen.

Reuters LONDON/ FRANKFURT. Händler erklärten, die ursprünglich positive Stimmung sei durch schwache deutsche Konjunkturdaten gedämpft worden. Zu der düsteren gesamtwirtschaftlichen Lage komme hinzu, dass die Unternehmensgewinne noch immer nicht überzeugend ausfielen, hiess es am Markt. Die Sektoren Telekommunikation und Nahrungsmittel verzeichneten Verluste von über zwei Prozent.
Die Bayer-Aktien brachen um 5,7 Prozent ein, nachdem die Investmentbank CSFB das Kursziel für die Titel zurückgenommen hatte. Im insgesamt schwachen Chemiesektor ragten Syngenta mit einem Plus von 4,8 Prozent hervor. Der Agrochemie-Konzern steigerte den Halbjahresgewinn und machte bei der Kostensenkung Fortschritte. Der Bausektor profitierte von Anschaffungen auf günstigem Kursniveau. Die französischen Saint Gobain legten drei Prozent zu. Weitere zyklische Sektoren wie Automobile oder Grundstoffe verzeichneten leichte Gewinne. Die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson profitierten von den robusten Halbjahreszahlen der amerikanischen Cisco und gewannen 2,6 Prozent.

LONDON - Deutliche Kursverluste bei den Banken und Zweifel an einer baldigen nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft drückten die Londoner Börse ins Minus. Der FTSE-100-Index verlor rund 0,9 Prozent auf 4094 Zähler. Als Belastung erwiesen sich die Aktien der zweitgrössten britischen Bank Royal Bank of Scotland, die 5,7 Prozent verloren. Die guten Zahlen wurden von der Neuigkeit, dass die spanische Bank Santander Central ihren acht-prozentigen Anteil an RBOS verkaufen könnte, überschattet. Andere Bankwerte wie Lloyds TSB oder HBOS büssten ebenfalls ein. Astra Zeneca bauten die Verluste vom Vortag nach Rückstufungen von Banken weiter aus und notierten zwei Prozent im Minus. Zulegen konnten Rohstoffwerte, die vom soliden BHP Billiton-Resultat profitierten.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen nach einer Achterbahnfahrt leichter. Händler sprachen von einem uneinheitlichen Geschäft mit eher moderaten Umsätzen. Die anfängliche Euphorie sei von Gewinnmitnahmen abgelöst worden. Der trendlose Verlauf lasse allmählich eine Beruhigung erwarten. Der SMI notierte zum Schluss um 1,42 Prozent tiefer bei 5054,2 Punkten. Während unter den Finanzwerten die Banken mehrheitlich schwächer waren, fielen einzelne Versicherungen dagegen mit markanten Gewinnen auf. Die Banken hätten die frühen Gewinne nicht halten können. CS Group büssten fast fünf Prozent ein und UBS über zwei Prozent. Die Deutsche Bank hatte für beide Titel das Kursziel gesenkt und die Empfehlung "market perform" bestätigt.

PARIS - Die Pariser Börse drehte nach umfangreichen Schlussverkäufen und im Gefolge nachgebender US-Börsen ins Minus. Der CAC-40-Index verlor 0,43 Prozent auf 3270,5 Punkte. Kursabgaben beim Telekomausrüster Alcatel, beim IT-Beratungsunternehmen Cap Gemini sowie bei Vivendi Universal verstärkten den Abwärtstrend. Die Titel konnten zu Handelsbeginn noch Kursavancen verbuchen. Andere Technologiewerte wie Orange, die über vier Prozent anzogen, profitierten von den starken Zahlen des US-Netzwerkausrüsters Cisco. Zulegen konnten auch Thomson Multimedia, die 2,4 Prozent vorrückten.

BENELUX - Die Börsen Amsterdam und Brüssel notierten uneinheitlich. In Amsterdam verlor der AEX-Index 0,3 Prozent auf 337 Zähler, während der Brüsseler Bel20-Index 0,9 Prozent auf 2119 Punkte zulegte. Philips Electronics bauten die Vortagesgewinne weiter aus und kletterten knapp zwei Prozent. Fortis verbesserten sich sowohl in Amsterdam als auch in Brüssel. Die Aktien des Chipausrüsters ASML und des Nahrungsmittelkonzerns Unilever verloren an Boden. Mit Spannung erwartet wird die Präsentation der Zahlen der Finanzwerte Aegon und ABN Amro am Donnerstag.

MAILAND - Ausflüsse bei den Anlagefonds der Bank Capitalia und deren Anlageverwaltungseinheit Fineco setzten der Mailänder Börse am Mittwoch zu. Der Mib30-Index ging 1,1 Prozent leichter bei 24.526 Zählern aus dem Handel. Capitalia büssten rund sieben Prozent ein, während Fineco 3,8 Prozent abgaben. Davon belastet wurden auch andere Bankwerte. IntesaBCI mussten ebenso wie Banca Nazionale del Lavoro oder Banca Fideuram Verluste von rund 2,5 Prozent hinnehmen.

MADRID - An der Börse Madrid büsste der Ibex-35-Index 1,25 Prozent auf 6091,7 Zähler ein. Positive Aussagen des brasilianischen Finanzministers Pedro Malan zu den Verhandlungen mit dem IMF beflügelten das Interesse der Investoren an Santander Central Hispano Titeln; die Titel lagen zum Schluss 0,8 Prozent im Minus. Mit einem Abschlag von 4,4 Prozent standen Banco Bilbao Vizcaya BBVA unter Druck. Schwergewicht Telefonica notierte gehalten.

SKANDINAVIEN - Der Stoxx Nordic Index setzte die Erholungstendenz vom Vortag fort und gewann 0,75 Prozent auf 224 Punkte. Die Aktien der Fluggesellschaft SAS stiegen über elf Prozent, nachdem das Unternehmen einen positiven Ausblick veröffentlicht hatte. Während Ericsson 2,6 Prozent stiegen, gaben Nokia ein halbes Prozent nach. Sonera gewannen beinahe fünf Prozent und Telia rückten zwei Prozent vor. Unter den Finanzwerten stachen Skandia mit einem Plus von 7,6 Prozent hervor.

WIEN - An der Börse Wien notierte der ATX-Index 0,5 Prozent fester auf 1122,6 Zählern. Wesentlich zum Anstieg des ATX trugen Erste Bank mit einem Kursplus von rund 2,9 Prozent bei. Fester waren auch VA Tech auf 20,16 Euro und Telekom Austria auf 8,71 Euro.

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