Im Überblick
Europäische Börsen im Minus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zum fünften Mal in Folge leichter geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index der europäischen Standardwerte verlor vier Prozent auf 2427,8 Punkte.

Reuters FRANKFURT. Düstere Konjunkturaussichten und Gewinnwarnungen von US-Konzernen am Vortag hätten die Börsen belastet, sagten Händler. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich Finanz- und Technologiewerte. Finanzwerte litten unter der anhaltenden Schwäche der Aktienbörsen, welche die Reserven der Institute belasteten, so Marktteilnehmer. Versicherungsaktien gerieten zusätzlich wegen eines schlechten Ergebnisses des Schweizer Lebensversicherers Swiss Life und aufgrund von Sorgen über die anstehenden Kapitalerhöhungen im Sektor unter Druck. Swiss Life sackten 18,3 Prozent ab. Papiere im Bankensektor litten unter der Gewinnwarnung des US-Bankkonzerns JP Morgan.

Im Soge der Bekanntgabe eines deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgangs beim US-Softwarekonzern Oracle vom Vortag gaben Technologiewerte markant nach. Im Fokus standen dabei die Papiere des Telekomausrüsters Alcatel, die Titel der deutschen Softwareschmiede SAP und die Aktien des Chipherstellers STMicroelectronics .

LONDON - Schwache Finanzwerte und die leichter einsetzende Wall Street setzten die Londoner Aktienbörse am Mittwoch unter Druck. Der FTSE 100-Index notierte mit einem Minus von vier Prozent bei 3865,4 Zählern. Finanzwerte litten unter den trüben Aussichten des Sektors und unter der Verfassung der Börsen, sagten Händler. Die Liste der Verlierer führte Versicherungswert Prudential an; die Aktie verlor 9,2 Prozent. Dicht dahinter folgten die Banken Barclays und Royal Bank of Scotland mit Kursabgaben von 8,2 und 6,3 Prozent. Gemieden wurden auch Öltitel. Während BP rund fünf Prozent einbüssten, gaben die Papiere des Konkurrenten Shell 3,6 Prozent nach. Zweifel über das Tempo der Erholung im Mediensektor wogen schwer auf den Reuters-Papieren, die neun Prozent einbrachen.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen am Mittwoch im Einklang mit den europäischen Börsenplätzen und angeführt von den Finanzwerten deutlich schwächer. Der Standardwerteindex SMI verlor 1,9 Prozent auf 4814,5 Zähler. Die anhaltende Baisse an den Börsen, schlechte Konjunktur- und Unternehmensgewinnaussichten, die Angst vor weiterem Abschreibungsbedarf auf Wertschriftenanlagen und schlechte Resultate liessen die Kurse der Finanzwerte taumeln. Im Versicherungssektor hätten die angekündigten Kapitalerhöhungen von Zurich, Rentenanstalt und anderen europäischen Konkurrenten für zusätzlichen Druck gesorgt. Während Rentenanstalt 18,3 Prozent einbüssten, verloren Zurich 7,5 Prozent und Baloise 10,2 Prozent. Im Bankensektor schlug die Gewinnwarnung der zweitgrössten US-Bank JP Morgan negativ zu Buche. UBS verloren 5,9 und CS 4,7 Prozent.

PARIS - An der Börse Paris notierte der CAC-40-Index 3,6 Prozent leichter auf einem Vier-Jahres-Tief bei 3001,0 Punkten. Negativ auf die Marktstimmung wirkten sich die Abgaben bei den Versicherern und Bankwerten aus. Zusätzlicher Druck ging von Spekulationen aus, wonach Alcatel einmal mehr die Umsatzziele senken könnte. Alcatel verloren neun Prozent. STMicroelectronics verloren 4,4 Prozent. Nach der Reduzierung des Kursziels durch die Dresdner Bank sackten die Papiere der französisch-belgischen Bank Dexia um zehn Prozent ab. Den Abwärtstrend verstärkten die Titel der Versicherer Axa und AGF, die 8,6 Prozent und 7,4 Prozent nachgaben.

FRANKFURT - Aufgrund schlechter Unternehmensnachrichten und schwacher Konjunkturaussichten setzte der Deutsche Aktienindex (Dax) die Talfahrt der vergangenen Tage fort und fiel um rund fünf Prozent auf 3123,4 Punkte - den tiefsten Stand seit Anfang 1997. Besonders unter Druck standen dabei die Technologie- und Finanzwerte. Die Aktien von SAP verloren 3,1 Prozent. Die schwachen Geschäftszahlen und der trübe Ausblick des US-Konkurrenten Oracle nährten Sorgen, dass SAP seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr verfehlen werde, sagten Börsianer. Unter den Finanzwerten standen Münchener Rück und HypoVereinsbank (HVM) mit einem Minus von 10,1 Prozent beziehungsweise 8,2 Prozent ganz oben auf der Verliererliste.

BENELUX - Die Benelux-Börsen schlossen auf einem Sechs-Wochen-Tief. Während der Amsterdamer AEX-Index 4,9 Prozent auf 316,1 Zähler nachgab, ermässigte sich der Brüsseler Bel20-Index um 4,8 Prozent auf 2015,0 Punkte. Im Mittelpunkt der Anleger standen Technologie- und Finanzwerte. Philips verloren nach einer Rückstufung durch eine Investmentbank sechs Prozent. Unter den Finanzwerten stachen ING, Fortis , Dexia und ABN Amro heraus. Die Aktien mussten Kursverluste von 7,2 Prozent und mehr hinnehmen.

MAILAND - Der Mib30-Index der italienischen Standardwerte ging mit minus 2,9 Prozent nahe eines Fünfjahrestiefs bei 23.450 Punkten aus dem Handel. Die Liste der Verlierer führte der Lebensversicherungskonzern Alleanza an. Die Titel der Tochtergesellschaft des grössten italienischen Versicherers Generali büssten sieben Prozent ein. Generali verloren 5,7 Prozent. Gemieden wurden auch die Papiere des Chipherstellers STMicroelectronics, die 4,5 Prozent einbüssten.

MADRID - Unter der Führung der Grossbanken und von Telefonica schloss die Madrider Börse deutlich schwächer. Der Ibex-35 Index verlor 2,9 Prozent auf 5905,5 Zähler. Vorübergehend war der Index im späten Handel bis auf 5898 Zähler gefallen. Santander Central Hispano verloren 4,6 Prozent. Banco Bilbao Vizcaya Argentaria gaben 3,3 Prozent nach. Telefonica gingen etwas über vier Prozent schwächer aus dem Markt.

SKANDINAVIEN - Die skandinavischen Börsen notierten markant schwächer. Der Stoxx Nordic Index verlor 4,2 Prozent auf 224,6 Zähler. Unter starkem Druck standen neben Nokia, die 6,2 Prozent verloren, die Finanzwerte. Die Aktien des schwedischen Versicherers Skandia ermässigten sich um 8,1 Prozent und die Titel des norwegischen Konkurrenten Storebrand gaben 4,9 Prozent nach. Federn lassen musste auch der Telekomausrüster Ericsson.

WIEN - Am österreichischen Aktienmarkt gab der ATX 1,4 Prozent nach auf 1090,3 Punkte. Voest-Alpine sanken zeitweise auf Jahrestief und schlossen 5,2 Prozent tiefer. VA Tech fielen auf ein Allzeittief von 17,10 Euro und lagen zuletzt 4,4 Prozent tiefer bei 17,40 Euro. Auf diese beiden Werte konzentrierte sich auch das Volumen, sagte ein Händler.

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