Im Vergleich der Vermögensverwaltungen mit Investmentanteilen bildet die Deutsche Bank das Schlusslicht
Fonds-Depots machen schlechte Figur

Beim Risikomanagement hapert es. Dieses Urteil fällt die Researchfirma Fonds Consult über die standardisierten Fonds-Depots der Banken. Im relativen Vergleich schneidet die Hypo-Vereinsbank am besten ab.

FRANKFURT/M. "Per saldo sind die Ergebnisse eher schlecht", fasst Rüdiger Sälzle die Ergebnisse einer vergleichenden Studie über Fonds-Vermögensverwaltungen zusammen. "Die wenigsten Anbieter verfolgen eine klare Investmentstrategie. Das Risikomanagement ist oft erschreckend schlecht", sagt der Geschäftsführer der Münchener Fondsresearch- und Consultingfirma Fonds Consult. Untersucht wurden die Angebote für standardisierte Fonds-Vermögensverwaltungen der sechs Großbanken bzw. Bankengruppen mit einem Gesamtvolumen von über 20 Mrd. . Das Handelsblatt stellt die Ergebnisse exklusiv vor.

Die Banken bieten ihren Kunden eine Fonds-Vermögensverwaltung mit bestimmten Risiko/Ertragsausrichtungen an. In der Regel gibt es drei Offerten: für offensive Anleger mit hohem Anteil von Aktienfonds, für ausgewogene und defensive Depots mit neutraler Mischung bzw. starker Berücksichtigung von Renten-, Geldmarkt- und Immobilienfonds. Je nach Börseneinschätzung können die Quoten für einzelne Fondsgruppen innerhalb bestimmter Grenzen schwanken. Aber das scheint selten zu klappen. "Die Baissephase ab März 2000 wurde oft zu spät erkannt. Als Anleger sollte ich aber erwarten können, dass die Experten in der Depotstruktur reagieren und beispielsweise auch stärker mit der Barquote Risiken abfedern", kritisiert Sälzle.

Die Einstiegssumme der unterschiedlichen Angebote liegt in der Regel bei 15 000 . Fast durchweg setzen die Anbieter Fonds des eigenen Hauses ein. Den Kunden wird für die Leistung eine Gebühr in der Größenordnung von 1,5 % bis 2,0 % pro Jahr berechnet. Sälzle: "Hätten wir diese Kosten berücksichtigt, sähen die Ergebnisse noch schlechter aus."

Grundlage der relativen Benotung der Angebote untereinander waren die Performancevergleiche für verschiedene Zeiträume von einem Jahr bis zu fünf Jahren sowie eine Risikoanalyse über fünf Jahre. Die Noten sind demnach nicht mit einer absoluten Beurteilung zu verwechseln. Im Konkurrenz-umfeld schneidet die Hypo-Vereinsbank mit einem "Sehr Gut -" für ihre so genannte Kombianlage relativ am besten ab, die Deutsche Bank bekommt für ihr Topinvest nur ein "Ungenügend".

Die Reaktionen

Markus Mohr, Leiter Produktmanagement Fonds-Vermögensverwaltung bei der Hypo-Vereinsbank, macht mehrere Faktoren für die gute Note verantwortlich. Einer davon: "Wir sind unter den großen Anbietern der einzige, der nur Indexfonds einsetzt, das heißt wir wissen immer ganz genau, was in den Einzelfonds enthalten ist. Das macht das Risiko im Vergleich zu einem Depot mit aktiv gemanagten Fonds überschaubarer." Mohr weist auch auf die vergleichsweise geringen Gebühren von Indexfonds hin.

Zum Deutsche-Bank-Angebot Topinvest meint Sälzle: "Performance- und Risikoanalyse lassen auf schwere Versäumnisse im Portfoliomanagement schließen. Unter Risiko- und Ertragsüberlegungen wären die Anleger mit einer Festgeldanlage besser bedient gewesen." Die Deutsche Bank gibt ihrem Produkt dennoch große Zukunft. Joachim Kampmann, Syndikus Deutsche Bank, erklärt sogar: "Wir werden unser Angebot noch ausbauen, von jetzt drei auf etwa zehn Risikostufen. Außerdem planen wir die Einbindung von Fremdfonds und Zertifikaten."

Die Fonds-Vermögensverwaltung Deka S-Dynamik Depot der Sparkassengruppe bekommt eine vergleichsweise gute Note. Eine mögliche Konkurrenz durch den relativ neuen Produkttyp Dachfonds, bei dem wiederum in Einzelfonds investiert wird, sieht Ulrich Gallus kaum. "Wir stellen bei uns keine Abwanderung in diese Richtung fest", sagt der Bereichsleiter Fondsberatung und Fonds-Vermögensverwaltung bei der DGZ-Dekabank. Die Sparkassengruppe ist mit einem Volumen von 7,5 Mrd. im S-Dynamik Depot Marktführer. Gallus: "Es gibt einen Markt für diese Vermögensverwaltung mit ausgewählter Risiko-stufe und individueller Rechnungslegung." Die Deka-Dachfonds seien außerdem wegen ihrer weniger beweglichen Anlagepolitik nicht als Vermögensverwaltung konzipiert. Darüber hinaus würden die Dachfonds bei geringeren Anlagebeträgen eingesetzt.

Ganz anders ist die Entwicklung bei der VVI der Dresdner Bank. In zwei Jahren schmolz die Fonds-Vermögensverwaltung von 8,5 auf fast 5 Mrd. ab. Hans-Theo Burtscheid, zuständig für das Produktmanagement von Investmentfonds bei der Dresdner Bank, räumt ein: "Ein großer Teil der Abflüsse ging in unsere neu aufgelegten Dachfonds." Bei den lancierten Dachfonds würden teilweise auch fremde Fonds eingesetzt, was für manche Kunden attraktiv sei. Ein Dachfonds müsse bei Käufen und Verkäufen auch nicht auf die Spekulationsfrist achten. Er sei außerdem auf mittlere Sicht unter Gebührengesichtspunkten günstiger.

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