Im Vergleich zu 2003 mit einem Gewinnsprung von knapp 20% erwartet
BMW geht voll sportlichem Elan ins neue Jahr

Die BMW AG will im Jahr 2004 kräfig aufs Gas drücken: Mit neuen Modellen will der Konzern seine bisherigen Bestmarken beim Absatz hinter sich lassen und wird wohl auch durch sinkende Aufwendungen für die Produkt- und Markenoffensive einen deutlichen Ergebniszuwachs verzeichnen können.

HB MÜNCHEN. Analysten rechnen im Vergleich zum Übergangsjahr 2003 mit einem Gewinnsprung von knapp 20%. Zuversichtlich für 2004 hat sich bereits auch der Vorstandsvorsitzende Helmut Panke gezeigt: "Es ist durchaus so, dass dass man sehr positiv ins neue Jahr gehen kann", hatte Panke im November bei der Vorlage der Quartalszahlen betont.

Seinen Optimismus stützt er dabei insbesondere auf den Geländewagen X3 sowie das 6er-Coupe, die zu Beginn des neuen Jahres an den Start gehen werden. Im Herbst soll dann die 1er-Reihe folgen. Vom X3 will BMW pro Jahr etwa 80 000 Fahrzeuge und vom 6er-Coupe dem Vernehmen nach 20 000 Einheiten absetzen. Darüber hinaus wird 2004 auch der 5er voll verfügbar sein. Damit hat der Automobilhersteller nach Einschätzung von Analysten die Voraussetzungen für ein kontinuierliches Wachstum geschaffen. "Mit den neuen Modellen dürfte BMW vor 6 Quartalen konstanten Absatzwachstums stehen", schreibt Henrik Lier von der WestLB in einer Analyse. Absatzziel 2003 bereits in greifbarer Nähe

Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank (HVB) geht ebenfalls davon aus, dass der Konzern künftig die Früchte seiner Modelloffensive ernten und sich dies auch positiv auf den Aktienkurs auswirken wird. Seinem Ziel, den Absatz im laufenden Jahr bei allen Konzernmarken - BMW, Mini und Rolls-Royce - zu steigern, ist der Münchner Automobilhersteller nach dem deutlichen Zuwachs im November bereits sehr nahe gekommen. Auch bei der Kernmarke - die wegen des Modellwechsels bei der 5er-Reihe im 1. Halbjahr Rückgänge hinnehmen musste - ist das Unternehmen bei seiner Aufholjagd nun auf die Zielgerade eingebogen.

So liegt die Marke BMW bis Ende November mit 841



640 Fahrzeugen lediglich noch 0,1% unter dem Wert des Vorjahres. Den deutlichen Absatzzuwachs im November verdankt der Konzern insbesondere der neuen 5er-Reihe, von der seit Markteinführung im Juli bereits 52 350 Fahrzeuge verkauft wurden. Erfreulich verläuft auch die Nachfrage nach dem Kleinwagen Mini, von dem in den ersten 11 Monaten mit 164 940 Fahrzeugen 23,3% mehr als im Vorjahr verkauft wurden. Insgesamt legten die Konzernauslieferungen im Berichtszeitraum um 3,1% auf 1,006 Mio Einheiten zu, womit inzwischen bereits das Niveau des gesamten Vorjahres in etwa erreicht wurde.

Beim Gewinn hat BMW im 3. Quartal ebenfalls die Trendwende geschafft und erstmals im laufenden Jahr auf Quartalsbasis einen Gewinnzuwachs verbucht. Nach 9 Monaten liegt der Automobilbauer jedoch angesichts der Belastungen durch die Modelloffensive beim Vorsteuerergebnis noch 8,1% und beim Überschuss noch 10,1% zurück. "Wir nähern uns dem Ziel eines Ergebnisses auf Vorjahresniveau von unten", kommentierte Panke die Entwicklung in den ersten 9 Monaten. BMW hat sich bei dem Gewinnziel 2003 eine Bandbreite von 5% bis 10% nach oben und unten offen gelassen. Analysten rechnen 2004 und 2005 mit deutlichem Gewinnzuwachs.

Um das Vorsteuerergebnis des Vorjahres von 3,3 Mrd EUR zu erreichen, müsste der Automobilbauer im 4. Quartal jedoch einen kräftigen Schlusspurt hinlegen und knapp 800 Mio EUR ausweisen. Dies wäre ein stattliches Plus von 38% im Vergleich zum Vorjahr. HVB-Analyst Stürzer geht davon aus, dass dies gelingen wird. Er rechnet 2003 mit einem Vorsteuerergebnis von 3,32 Mrd EUR und im kommenden Jahr von 3,95 Mrd EUR. Das HVB-Kursziel für die BMW-Aktie liegt bei 46 EUR.

Mit Blick auf mögliche Währungsbelastungen in den Hauptwährungen hat sich der Münchner Automobilhersteller bislang gelassen gezeigt. Für 2004 sei das Unternehmen zu rund 2 Dritteln abgesichert, hieß es. Mit Auslaufen der langfristigen Absicherung könnten im darauf folgenden Jahr jedoch stärkere Belastungen drohen, glaubt Stürzer. Aber auch im Falle eines anhaltend starken Euro dürfte BMW nach seiner Einschätzung 2005 dank der Modelloffensive und der Produktionsstätten in Nordamerika einen weiteren Ergebniszuwachs von rund 11% erzielen.

"Damit setzt sich das Ertragswachstum in den kommenden beiden Jahren fort und unterstreicht unsere Aussage, dass BMW eines der wenigen stetig wachsenden Unternehmen der Automobilbranche ist", heißt es in der jüngsten HVB-Analyse über die künftigen Gewinnperspektiven des Konzerns.

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