Im vierten Quartal belastete Geschäfte
Dresdner steigert Gewinn dank Beteiligungsverkäufen

Die zum Allianz-Konzern gehörende Dresdner Bank hat vor allem wegen Beteiligungsverkäufen ihr Ergebnis nach neun Monaten gesteigert und dabei auch im dritten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Nach Steuern habe der Gewinn von Januar bis September bei 703 (Vorjahr 592) Mill. Euro gelegen, teilte die Bank am Mittwoch in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Das Ergebnis vor Steuern gab die Bank mit 659 (911) Mill. Euro an. Das dritte Quartal sei von der Schwäche der internationalen Kapitalmärkte bestimmt worden, hieß es. Auf Basis der Halbjahreszahlen ergibt sich für das dritte Quartal ein Gewinn nach Steuern von 95 Mill. Euro, der wegen einer Steuergutschrift über dem Vorsteuerergebnis von 43 Mill. Euro liegt. Für das vierte Quartal sei von weiter belasteten Geschäftsaktivitäten auszugehen, teilte die Bank mit.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen nannte die Bank für die ersten neun Monate mit 1 439 (681) Mill. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 111,3 %. Davon stammen nach den Worten eines Bank-Sprecher allein rund 1,14 Mrd. Euro aus Verkäufen von Industriebeteiligungen. Details nannte der Sprecher nicht.

Insgesamt leidet die Dresdner Bank wie andere deutsche Großbanken unter der schwachen Weltwirtschaft und der schlechten Stimmung an den Börsen, die zu sinkenden Erträgen bei gleichzeitig weiter hohen Kosten führt. Die Bank teilte mit, angesichts der zunehmenden Verschlechterung der konjunkturellen Situation die Risikovorsorge im dritten Quartal noch einmal deutlich angehoben zu haben. In den ersten neun Monaten stieg die Risikovorsorge um 70 % auf 1,364 Mrd. Euro. Zum Halbjahr hatte die Bank noch einen Wert von lediglich 567 Mill. Euro ausgewiesen.

Deutlich weiter gestiegen sind auch die Kosten der Bank. Der Verwaltungsaufwand für die ersten neun Monate stieg auf 6,371 (5,664) Mill. Euro. Hierbei spielten jedoch Sondereffekte wie die Erstkonsolidierung der Investmentbank Wasserstein Perella und Wechselkurseffekte eine Rolle, hieß es. Wie andere Großbanken hat auch die Dresdner Bank ein Kostensenkungsprogramm auf den Weg gebracht, dass bis zum Jahr 2003 Einsparungen von jährlich 1,3 Mrd. Euro bringen soll. Unter anderem sollen rund 7 800 der konzernweit etwa 50 000 Stellen wegfallen.

Mit ähnlichen Programmen versuchen auch die anderen großen deutschen Geldhäuser die Schere zwischen hohen Kosten und sinkenden Erträgen zu verkleinern. So will beispielsweise die Commerzbank, die im dritten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hatte, bis 2003 rund 3 400 ihrer weltweit rund 40 000 Arbeitsplätze abbauen. Dabei werde es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Auch die Deutsche Bank und die HypoVereinsbank haben bereits einen deutlichen Personalabbau angekündigt, um Kosten zu sparen.

Die Aktie der Konzernmutter Allianz, die am Mittwoch ebenfalls Neunmonatszahlen vorlegte, gab am Mittag um 2,53 % auf 271,57 % nach. Der Gewinn des Versicherers fiel in den ersten neun Monaten mit 1,32 Miliarden Euro höher als von Analysten geschätzt aus. Für das Gesamtjahr erwarte die Allianz einen Überschuss von rund 1,7 Mrd. Euro.

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