Im vorbörslichen Handel steigen bereits die Kurse
Nicht mehr jeder Börsen-Neuling wird gekauft

In den letzten Monaten rügten Marktbeobachter die mangelnde Börsenreife vieler Neulinge. Nun geht der Trend zu mehr Substanz.

HB FRANKFURT. Der Erfolg der letzten beiden Neuemissionen Linos und SAP SI zeigen es deutlich: Spekulative Emissionen sind nicht mehr so gefragt. Die Anleger achten zuallererst auf Qualität. Die bieten auch einige der fünf Debütanten, die in der kommenden Woche an die Börse kommen - allen voran Lambda Physik. Falls das Orderbuch nicht früher geschlossen wird, können die Aktien bis zum kommenden Dienstag gezeichnet werden. Der Spezialist für Lasertechnik ist Weltmarktführer bei Eximer-Lasern, die den aktuellen Stand der Technik darstellen. Um die Spitzenstellung zu verteidigen, soll ein großer Teil der Erlöse aus dem Börsengang in die Entwicklung noch kleinerer Laser fließen. Mit Ausnahme des Jahres 1993 wirtschaftet die 1971 aus dem Max-Planck-Institut hervorgegangene Lambda Physik stets profitabel. Damals wurde die Niederlassung in Japan aufgebaut.

Ebenfalls noch bis zum kommenden Dienstag können die Papiere des Softwarespezialisten Brainpower gezeichnet werden. Das niederländisch-schweizerische Unternehmen entwickelt Analysesoftware für Finanzdienstleister wie zum Beispiel Banken und Fondsgesellschaften. Im Gegensatz zu Lambda steht Brainpower aber noch eine lange Durststrecke bevor, ehe Gewinne gemacht werden. Im ersten Halbjahr 2000 lag der Betriebsverlust fast auf Höhe des Umsatzes von gerade mal 1,4 Millionen Euro. Schwarze Zahlen werden frühestens ab dem letzten Quartal 2001 erwartet.

30 Prozent Wachstum bei der Winter AG geplant

Besser sieht es bei der in der Nähe von München ansässigen Winter AG aus. Das Unternehmen ist Herstellter von High-Tech-Karten, in die individuelle Chips implementiert werden. In dieser Branche steht Winter weltweit auf Platz zehn. Ziel nach dem Börsengang ist es, mindestens Platz sechs zu schaffen. Dazu soll ein mindestens 30-prozentiges Wachstum pro Jahr beitragen. Der Umsatz in diesem Jahr wird rund 53 Millionen Euro erreichen. Das Betriebsergebnis ist schon fast traditionell positiv. Zudem sollen die Margen demnächst zweistellig ausfallen.

Mit deutlichen Zuwächsen rechnet in den nächsten Jahren auch der Saarbrücker Softwareanbieter Orbis. Das Unternehmen bietet klassische betriebswirtschaftliche Standardsoftware (ERP) und Lösungen für das Kundenmanagement (CRM). ERP-Aktien waren zuletzt bei Anlegern nicht unbedingt beliebt. Orbis kann allerdings mit Partnerschaften bei Branchengrößen wie SAP, Microsoft, Palm und Debis glänzen. In diesem Jahr verhageln die Kosten des Börsengang das bisher positive Ergebnis. Das soll ein Ausrutscher bleiben, der im kommenden Jahr schon wieder wett gemacht wird.

Einziger Kandidat außerhalb des Neuen Marktes ist in der nächsten Woche die Hamburger MPC AG. Der Emittent von Kapitalanlagemodellen platziert seine insgesamt 3,4 Millionen Papiere im Amtlichen Handel. Mit dem Erlös soll die Internationalisierung des 1994 gegründeten Unternehmens vorangetrieben und eine Bank gegründet werden.

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